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Güstrower Anzeiger

22. September 2017 | 22:33 Uhr

MC Güstrow beklaut : Vandalen bedrohen Verein

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Speedwaystadion wird von Einbruchsserie heimgesucht. Schadenssumme geht in fünfstelligen Bereich.

von
erstellt am 06.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Eine ganze Serie von Einbrüchen bringt den Motorsportclub Güstrow in Schwierigkeiten. Bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dazu mit zwei Brüchen nach Saisonschluss im Herbst, haben Diebe den Verein heimgesucht. Der schlimmste Vorfall muss sich vergangene Woche zugetragen haben. Das genaue Datum der Tat weiß man nicht, da nicht täglich jemand im Stadion an der Plauer Chaussee ist. „Freitagmorgen, als ich mal vorbei schauen wollte, habe ich schon von weitem gesehen, dass hier wieder jemand war.“ Horst Neiß schilderte, was langsam zum Alptraum für die Vereinsmitglieder wird.

Zwei Fenster, die durch Schlösser und dickes Glas schon ein gewisses Maß Sicherheit bieten sollten, waren für Vandalen kein Hindernis, um ins Vereinsheim zu kommen. Technische Geräte waren weg, Lebensmittel gestohlen. Dazu ein immenser Schaden durch Aufbruch einer Stahltür – total demoliert – und einer weiteren Tür im Haus, die brutal zertreten wurde, neben den zerstörten Fenstern. „Das ist ein Schlag ins Gesicht aller freiwilligen Helfer“, wertet Horst Neiß, der mit seiner Frau jedes Wochenende aus Lalendorf nach Güstrow fahre, um für die Ehrenamtlichen zu kochen. Doch sogar die Kücheneinrichtung, erst voriges Jahr bei der Komplettrenovierung des Vereinshauses installiert, hätten Einbrecher schon wieder mitgehen lassen.

Ein neuer Zaun fürs ganze Gelände, einbruchhemmende, abschließbare Fenster, Stahltüren… offenbar nichts kann die Einbrecher an ihrem Tun hindern. Die Polizei hat keine Spur von den Tätern. Teilweise hätte sich der Abtransport noch verfolgen lassen, dann aber sei am Gelände offenbar umgeladen worden, heißt es. Verkabelung der elektrischen Anlage wurde zudem herausgerissen, Bahndienstfahrzeuge beschädigt.

„Es macht keinen Spaß“, klagt Horst Neiß. Jedes Wochenende arbeiteten Vereinsmitglieder und freiwillige Helfer, um das Stadion für die internationale sportliche Zukunft des MC Güstrow fit zu machen, schildert der 72-Jährige. Doch inzwischen habe man mehr mit den Reparaturen der Einbruchschäden zu tun. Besonders dreist gingen die Gauner jetzt im Start-Ziel-Bereich zu Werke. Dort kappten sie ohne Sinn und Verstand – sofern man bei Einbrechern davon reden könnte – einen ganzen Kabelbaum, um an das Buntmetall zu kommen.

Ein Rennbetrieb an der Plauer Chaussee wäre aufgrund der Vandalismusschäden derzeit nicht möglich. Wie sich die Verluste für den Verein beziffern, ist noch völlig unklar. Die Polizei spricht nach einer vorläufigen Schadensaufnahme von etwa 4000 Euro, der Verein rechnet jedoch inzwischen mit einem fünfstelligen Betrag, zu dem sich alles summiere. Thomas Koch, der 2. Vereinsvorsitzende, sieht schon den Club in „existenzielle Gefahr“ geraten, wenn das so weiter geht. „So kann das aber nicht weitergehen!“, sagt Horst Neiß bestimmt. MC-Pressesprecher Gunnar Mörke: „Wir sind über jeden Hinweis dankbar und werden sachdienliche Informationen belohnen.“

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