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Güstrow: Weg frei für den Abriss : Van Tongelsche Halle kein Denkmal mehr

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Weil die Hälfte des Daches der van Tongelschen Halle auf dem Gelände des Stahlhofes in Güstrow eingestürzt ist, steht die Halle des ehemaligen Stahlwerkes nicht mehr unter Denkmalschutz.

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2013 | 06:39 Uhr

Güstrow | Weil die Hälfte des Daches der van Tongelschen Halle auf dem Gelände des Stahlhofes in Güstrow eingestürzt ist, steht die Halle des ehemaligen Stahlwerkes nicht mehr unter Denkmalschutz. Das bestätigt Bürgermeister Arne Schuldt. Im Juli 2012 passierte das. "Die Dachkonstruktion war das Schützenswerte an der Halle. Ansonsten handelt es sich um ein normales Ringmauerwerk", so Schuldt. Diese Situation veranlasste die Stadt den Antrag auf Entwidmen des Denkmals zu stellen. Schuldt: "Sowohl die untere als auch die obere Denkmalschutzbehörde stimmten zu."

Parallel dazu stellte die Stadt Gelder für erste Abbruchmaßnahmen ein, allerdings nur auf dem stadteigenen Gelände. Denn: Die Stadt will auf dem Gelände doch noch retten, was zu retten ist, und bauen. Dazu muss aber auch Baufreiheit geschaffen werden. Dass die große Halle, wenn sie abgerissen ist, dazu gute Bedingungen schafft, ist augenscheinlich. Per Bebauungsplan soll Baurecht geschaffen werden. Dass der Stahlhof planerisch für einen "gehobenen Wohnungsbau" vorbereitet werden solle, beschlossen die Stadtvertreter im Juni 2012 und stellten die ersten 250 000 Euro im Haushalt bereit. Für 100 Wohnungen sei Platz, aber auch für Einzelhandel und Dienstleistungen, hieß es im Juni auf der Stadtvertretersitzung (wir berichteten).

Der Stadt - Bürgermeister Arne Schuldt betont allerdings, dass das nur Vorstellungen der Verwaltung sind - schwebt im vorderen Bereich des Stahlhofes an der Eisenbahnstraße vor, dass dort Gewerbe und Büros Platz finden können. Arne Schuldt: "Im hinteren Bereich könnten dann Stadtvillen gebaut werden." Am Wasser und am Rosengarten seien das ideale Plätze, so Schuldt. Der Bürgermeister bestätigt, dass es bereits "diverse Gespräche mit Investoren" gegeben habe, die Interesse an der baulichen Entwicklung des Stahlhofes bekundet hätten.

Bürgermeister Schuldt treibt auch noch eine andere Idee. Im Zuge seines Auftrages, dem Landkreis Immobilien anzubieten, die für den Ausbau und die Erweiterung der Kreisverwaltung am Standort in der Kreisstadt Güstrow bereit stehen, hat er das ehemalige Reichsbahnamt vorgeschlagen. Das würde als Verwaltungsgebäude in einem gemischten Wohn- und Gewerbebereich gut hinpassen, so Schuldt.

Allerdings gibt es noch einen Haken: Ohne den Ankauf von Flächen, die Klaus Klepper, dem Ex-Besitzer der Kleiderwerke gehören, klappt das nicht. Aber die Stadt werde sich bemühen und sehe Chancen Grundstücke zu erwerben, so Schuldt. Allerdings: Es läuft noch ein Berufungsverfahren zwischen Stadt und Klepper bzw. der KWG Consulting GmbH vor dem Oberlandesgericht Rostock, bei dem der Insolvenzverwalter der Kleiderwerke 2,5 Millionen Euro Entschädigung verlangt. Die Stadt will das nicht zahlen bzw. Klepper will noch mehr Geld.

Hintergrund ist ein juristisches Tauziehen seit Mitte der 1990er-Jahre um das 8600-Quadratmeter-Teilstück zwischen Graben- und Eisenbahnstraße und Rosengarten. Ausgangspunkt war die Enteignung Klaus Kleppers - eine Entscheidung, die das Land mit traf - und die Erarbeitung einer fehlerhaften Entwicklungssatzung durch die Stadt. Letztlich der Grund dafür, dass die Enteignung Kleppers als Unrecht anerkannt wurde.

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