Kur- und Heilwald in Krakow am See : Urlauber sollen in den Wald

Vom Krakower Aussichtsturm auf dem Jörnberg erscheinen nicht nur der See, sondern auch die Wälder ringsum eindrucksvoll. Mittig liegt vor uns die Halbinsel Ehmkwerder, darüber rechts schließt sich Lehmwerder an.
Vom Krakower Aussichtsturm auf dem Jörnberg erscheinen nicht nur der See, sondern auch die Wälder ringsum eindrucksvoll. Mittig liegt vor uns die Halbinsel Ehmkwerder, darüber rechts schließt sich Lehmwerder an.

Krakow am See beteiligt sich am landesweiten Projekt „Kur- und Heilwald“.

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29. Juni 2016, 12:00 Uhr

Mit 2020 Euro jährlichem Beitrag tritt Krakow am See dem Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern bei. „Gut angelegtes Geld“, befand die Stadtvertretung kürzlich bei ihrem einstimmigen Beschluss. Der 1990 gegründete Bäderverband ist Interessenvertreter und Dienstleister für Kur- und Erholungsorte. Dass der Luftkurort am Krakower See jetzt beitritt, ist einer Idee geschuldet, um die sich der Teterower Horst Klinkmann verdient machte. Als Aufsichtsratsvorsitzender der BioconValley GmbH unterstützt der weltweit hochgeschätzte Medizinprofessor die Idee eines Konzeptes zur Entwicklung von Kur- und Heilwäldern als ein Puzzlestück im „Masterplan Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern 2020“.

Krakow am See sollte daran teilhaben, meint Wokra-Chef Thomas Bachmann. Die Wohnungsgesellschaft fungiert als örtlicher Träger des Projektes Kur- und Heilwald. Im Land ist das der Bäderverband, deshalb ist die Mitgliedschaft in dem Verein obligatorisch. Neben Krakow am See sind bisher sieben Kommunen an dem Vorhaben beteiligt: Bad Doberan, Graal-Müritz, Waren/Müritz, Sassnitz, Plau am See und Klink. Hinzu kommt als Pilotprojekt Heringsdorf, das bereits bis zu einem Fachkongress im nächsten Jahr das Zertifikat erwerben will. Das sei auch ganz gut, findet Bachmann, könnten doch so die anderen Kommunen von den Heringsdorfer Erfahrungen profitieren. MV spiele schließlich eine Vorreiterrolle bei der „Entwicklung der natürlichen Ressource Wald zum Kur- und Heilwald als Therapeutikum und dessen Vermarktung“, wie das Projekt ausführlich heißt.

Anders als die anderen Kommunen, die große Wälder einbinden könnten, soll der Krakower Kur- und Heilwald eher klein sein: der Jörnberg mit den anhängenden Halbinseln Ehmkwerder und Lehmwerder. Ein Areal von gerade mal 6 Hektar, das Stadtsee und Gruber See teilt – eine „kleine Perle“, wie Bachmann findet. Und mit dem soll die Seepromenade als touristisches Herzstück von Krakow, beginnend am „Seehotel“, in einem landseitigen Bogen bis Lehmwerder eine weitere qualitative Aufwertung erfahren.


Krakows Status als Kurort weiterentwickeln


Diese „Perle“ für Kur- und Urlaubsgäste zu gestalten sei ein Konzept in Arbeit, bestätigt Wolfgang Geistert. „Das Antragsverfahren ist eingeleitet.“ Ziel sei es zunächst, ein internationales Siegel für ökologische Bewirtschaftung des Waldes zu erlangen. Ist das durch die Forstwirtschaft erfolgt, könnte die Planung weitergehen, sieht der Bürgermeister die ersten Schritte auf dem Weg. „Die Urlauber sollen sich im Wald aufhalten“, denkt Geistert. Um diesen dafür noch attraktiver zu machen, müssten zum Beispiel Wege so gebaut werden, dass auch in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen den Wald erleben können. Gute Ausschilderungen gehörten ebenso dazu wie kleine Attraktionen. Geistert stellt sich da eine Kneipp-Strecke vor, erlebbare Sichtschneisen, attraktive Aussichtspunkte, auch das eine oder andere Sport- und Spielgerät…

Eine Vorprüfung durch Vertreter des Bäderverbandes und der Landesforstanstalt habe man bereits bestanden. „Wir müssen jetzt schnell die Basis schaffen“, drückt Thomas Bachmann auf Tempo, damit Krakow am See von dem auch europäisch geförderten Kuchen etwas abbekommen kann. Bachmann ist überzeugt: Ein Kur- und Heilwald sei ein Aspekt, Krakows Status als Kurort zu entwickeln und zu wahren.

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