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Güstrower Anzeiger

23. Oktober 2017 | 17:33 Uhr

Abschied : „Urgestein“ verabschiedet sich

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Reinhard Kirst war schon 1992 bei der Gründung der Güstrower Werkstätten dabei / Jetzt geht der 65-Jährige in den Ruhestand

Kommenden Montag wird Reinhard Kirst aus Parum zum letzten Mal mit seiner „Landschaftstruppe“ in Güstrow unterwegs sein. Der Gruppenleiter Landschaftsgestaltung der Güstrower Werkstätten geht dann nach einigen Urlaubstagen ab 1. Mai in seinen wohlverdienten Ruhestand. Der 65-Jährige ist ein „Urgestein“ der 1992 gegründeten Werkstätten. Denn bereits ein Jahr zuvor arbeitete er in der Behinderteneinrichtung in Dehmen. „Dort habe ich die Landschaftstruppe mit aufgebaut“, erzählt er.

Tag für Tag war Reinhard Kirst mit sieben Männern und Frauen unterwegs, um Gräben sauber zu halten, den Durchfluss am alten Nebelarm zu reinigen oder Äste und Müll aufzusammeln. Obwohl er zuerst dachte, er würde diese Arbeit mit Menschen mit Behinderung nicht tun können. „Ich habe zu Anfang die Leute gar nicht verstanden, wenn sie etwas gesagt haben“, erinnert er sich. Inzwischen aber sind sie ihm ans Herz gewachsen. Einige sind schon von Anfang an dabei, wie Michael Vick beispielsweise. Da kenne man sich ganz genau. Sie werden ihm fehlen, seine Mitstreiter, seine Betreuten für die er „in Treue sorgte“.

Wie er die Arbeitseinteilung vornehmen muss, weiß Reinhard Kirst nach den Jahren genau. „Meine Mitarbeiter müssen immer einen Auftrag erhalten, diesen abarbeiten und erst dann kann der nächste erfolgen“, sagt er. Die Vielfältigkeit der Arbeit hat den Fast-Ruheständler immer begeistert und ihn gern zur Arbeit gehen lassen. „Außerdem konnte ich den Mitarbeitern einiges beibringen“, freut er sich. Das habe Spaß gemacht.


Freude auf jetzt beginnende ruhige Zeit


Der gebürtige Thüringer hatte zuerst Maurer gelernt, wurde dann Anlagenmonteur und schließlich absolvierte er eine Meisterschule in der Bauinstandhaltung in Beierfeld bei Schwarzenberg. Er heiratete und zog mit seiner Ehefrau Anne eine Zeit später nach Parum. Hier war Reinhard Kirst zuerst beim Diakonischen Werk Schwerin als Bauleiter tätig und betreute dessen Einrichtungen mecklenburgweit baumäßig.

Er liebte seine jetzige Arbeit, dennoch freut sich Reinhard Kirst auf die nun beginnende Zeit. „Meine Frau und ich möchten gern etwas Urlaub machen und gemeinsam mehr Zeit verbringen“, erzählt er. Außerdem freut er sich auf seinen Garten, für den er nun auch etwas mehr Zeit haben wird. Ein Hobby, was lange Zeit ruhen musste, will er ebenfalls aktivieren. „Es stehen noch einige alte Schränke bereit, die ich gern aufarbeiten möchte“, so der 65-Jährige. Und im bevorstehenden Sommer möchte das Ehepaar in jedem Fall hin und wieder an die Ostsee fahren. „Das geht ja nun immer, wenn uns danach ist und nicht nur am Wochenende.“



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