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Güstrower Anzeiger

21. November 2017 | 18:41 Uhr

Reisen : Urgestein in Aida-Kunstgalerien

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Repnitzer Zeichner, Maler und Objektkünstler Malte Brekenfeld stellt seit 2003 auf den Kreuzfahrtschiffen aus.

Er ist ein Urgestein in den Kunstgalerien aller elf Aida-Schiffe: Malte Brekenfeld aus Repnitz bei Gnoien. Gerade hat er die Arbeiten für das neueste Aida-Flaggschiff – die Aidaperla – nach Rostock gebracht. Und der Repnitzer ist guter Dinge, dass er auchz auf den beiden nächsten Aida-Mega-Linern vertreten sein wird.

Seekarten aus aller Welt ein Besuchermagnet

Brekenfeld arbeitet mit Öl auf Leinwand und mit Mischtechniken auf Bütten und Karton. Außerdem stellt er Grafiken und großformatige Farbradierungen mit Seekarten aus allen Ecken der Welt her. Giclees, großformatige, digitale Bilder mit einem Tintenstrahldrucker, sind ein viertes Standbein. Außerdem hängen Arbeiten von Malte Brekenfeld auch auf der Aidamar. Der Hingucker war dort seine Seekarte, auf dieser Karibik-Tour passender Weise natürlich auch von der Karibik.

Galeristin Nina Bolle hängt sie immer am Tour-Anfang in Santo Domingo in die Galerie. „Brekenfeld packt viele Details und Skurriles in diese Seekarten, die den Passagieren auf eine besondere Weise zeigen, wo sie sind, denn seine Palmen, Inseln, Leguane und Schildkröten stammen aus seiner Bilderwelt“, beschreibt Bolle. Malte Brekenfeld bestätigt, dass er die Seekarten gezielt herstellt. „Weil ich bemerkt habe, dass sie ein Besuchermagnet sind“, freut er sich. Für ihn ein Beweis, dass die Passagiere seinen künstlerischen Anspruch honorieren. Brekenfeld: „Die Leute folgen meiner spielerischen Bildsprache und steuern so ihre Reiseziele an.“ Was nicht immer einfach ist. Den Begriff surrealistisch hört Brekenfeld zwar nicht so gern, aber Fakt ist, dass er erfundene Welten auf Leinwand oder Karton bringt. „Trotzdem widerspiegeln sie in der Gesamtheit Realität. Der Unterschied ist nur, dass ich den Mut habe, Dinge zusammen zu fügen, was Otto Normalverbraucher so nicht machen würde“, erklärt er seine künstlerische Freiheit.

Malte Brekenfeld gehört seit 2003 und damit seit Beginn zu einer illustren Künstlerschar aus dem In- und Ausland, inklusive Newcomern, die auf den Aida-Schiffen ausstellen und verkaufen darf. Jutta Busch, die damalige Aida-Kunstbeauftragte, wurde auf den gebürtigen Teterower aufmerksam, weil Feliks Büttner, der Maler des Aida-Kussmundes, ihn empfohlen hatte. „Ich gebe zu, ich habe das anfangs etwas belächelt. Aber ich merkte schnell, wie das Konzept nach vorn losging. Da war ich glücklich, dass ich dazu gehöre“, erinnert sich Brekenfeld, der seit 1993 als freiberuflicher Zeichner, Maler und Objektkünstler arbeitet. „Meine ersten Bilder auf den kleinen Aidas waren Mischtechniken auf Papier. Sie hingen in der Krankenstation“, blickt er zurück. Auf den größeren Schiffen der neuen Generation gab es ab 2007 Galerien. Für Künstler eine Fundgrube. Brekenfeld: „Bei so vielen Passagieren, rund 2200 pro Schiff, kommt es zu einer Unmenge an Gesprächen und Kontakten. Das hast du in keiner Galerie an Land.“

Größere Galerien auf der Prima und Perla

Aber es wird noch besser. Für die Prima und Perla sind die Galerien erstmals vom Bordarchitekten konzipiert und auf über 100 Quadratmeter vergrößert. Für Brekenfeld, Jahrgang 1966, heißt das, noch mehr mit „voller Kraft voraus für die Aida-Flotte zu arbeiten“. Das hat zusätzlich zum künstlerischen Aspekt einen ökonomischen Effekt. „Auch ein Künstler muss leben und seine Werke verkaufen. Auf den Aida-Schiffen akquiriere ich inzwischen 80 Prozent meiner Gesamteinkünfte“, erzählt Brekenfeld und betont: „Die Aida ist für meine künstlerische Arbeit und für die Existenz meiner Familie ein Glücksfall.“





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