Hundeschule Lohmen : Unterordnung ohne Gewalt

Gudrun und Ralf Höppner mit dem dreijährigen Labrador Balu auf dem Lohmener Hundeplatz
Gudrun und Ralf Höppner mit dem dreijährigen Labrador Balu auf dem Lohmener Hundeplatz

Seit fünf Jahren betreibt Ralf Höppner eine Hundeschule in Lohmen / Große Nachfrage von Hundehaltern

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09. November 2014, 19:30 Uhr

„Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos.“ Diese Kombination aus einem Zitat von Heinz Rühmann und Loriot steht am Tor zum Hundeplatz in Lohmen. An jedem Sonntag unterrichtet Ralf Höppner hier Hunde unterschiedlicher Rassen und in mehreren Gruppen. Seit fünf Jahren betreibt er seine Hundeschule, an deren Anfang die Verwandlung einer Mülldeponie in einen schmucken, über 7000 Quadratmeter großen Hundeplatz stand. „Alles Handarbeit und mit Freunden auf die Beine gestellt“, verweist er auf den das Grundstück umfassenden Zaun, den eingesäten Rasen und die zahlreichen Hindernisse auf dem Parcours. Letztere sind übrigens ausnahmslos grün-gelb gestrichen. „Eine Hommage an meine Geburtsstadt Güstrow“, sagt der 49-Jährige und schmunzelt.


Die Praxis ist das Entscheidende


Als Kind schon hatte er Kontakt zu Hunden, aber die Idee, eine Hundeschule aufzumachen, entsprang der Bekanntschaft mit der Rostockerin Aniko Ebersberger und ihrer Assistenzhundeschule. Auf Lehrgängen und Kursen erwarb Höppner, der als Elektromonteur bei der Deutschen Bahn AG arbeitet und die Hundeschule nebenberuflich betreibt, das Rüstzeug für einen Hundetrainer. Immer wieder bestätigt fand er die Worte seiner Lehrmeisterin: „Du kannst noch so viele Qualifikationen aufweisen – entscheidend ist die Praxis.“

Inzwischen hat Höppner mehr als 1000 Hunde trainiert und weiß, dass in diesem Job auch 80 Prozent Psychologiearbeit mit dem Hundehalter steckt. „Wenn der Mensch gestresst, nervös und unausgeglichen ist, ist es der Hund auch. Wenn der Mensch Angst hat, hat auch der Hund Angst“, sagt er und legt beim Hundetraining großen Wert auf Entspannung, Spaß und Freude.


Welpengruppe besonders beliebt


Eine Trainingsgruppe umfasst maximal acht Hunde, die möglichst unterschiedlicher Rasse sein sollten. Weil die drei Sonntagsgruppen schon ausgebucht sind, hat Höppner nun auch den Freitagabend in sein Programm aufgenommen. Gut nachgefragt ist die Welpengruppe am Sonntag. „Es ist wichtig, schon früh mit der Sozialisierung der Hunde zu beginnen“, lautet seine Erfahrung. Zusätzlich bietet er auch Hausbesuche an, wenn „Herrchen“ oder „Frauchen“ nicht mit ihren Lieblingen klar kommen. „Und“, überlegt er, „es sollte Kurse geben für Menschen, die sich einen Hund anschaffen wollen. Da kann man gleich am Anfang vieles falsch machen.“ Unterstützung und jede Hilfe erfährt Höppner von seiner Frau Gudrun. „Sie ist die gute Seele der Hundeschule“, bestätigt er. Kennen gelernt hätten sie sich aber nicht auf dem Hunde-, sondern auf dem Fußballplatz, schmunzelt der Trainer.

Drei Regeln nennt Ralf Höppner, die jeder Hundehalter beherzigen sollte. „Nummer eins: öffne das Ventil, lass die Energie des Hundes heraus, beschäftige ihn. Einmal kurz Gassi gehen reicht nicht“, sagt er. Nummer zwei sei die Kommunikation zwischen Hund und Halter. Körpersprache, Mimik, Gestik seien wichtig. Unterordnung soll ohne Gewalt erreicht werden. „Wenn Nummer eins und zwei erfüllt sind, kommt die Zuneigung, die man dem Hund zeigen soll. Viele Besitzer beginnen mit einem Übermaß an Zuneigung und vernachlässigen die Erziehung“, sagt Höppner.

Übrigens wird Heinz Rühmann der Satz „Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht“ zugeschrieben. Loriot soll gesagt haben: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Die Zitate findet Ralf Höppner gut und hat eine Kombination aus beiden an das Tor des Hundeplatzes geschrieben.


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