Landkreis Rostock : Unterhaltsvorschuss: mehr Geld für Alleinerziehende

Nur wir beide: Zwischen Alleinerziehenden und ihren Kindern entwickelt sich oft ein sehr enges Band.
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Nur wir beide: Zwischen Alleinerziehenden und ihren Kindern entwickelt sich oft ein sehr enges Band.

Noch bis zum 30. September können Mütter oder Väter beim Landkreis Anträge stellen.

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19. September 2017, 05:00 Uhr

Deutlich mehr Arbeit haben die Mitarbeiter im Sachgebiet Unterhaltsvorschuss der Kreisverwaltung des Landkreises Rostock zu bewältigen. Der Grund ist die Neuregelung des Unterhaltsvorschussgesetzes. Danach können seit dem 1. Juli deutlich mehr Alleinerziehende, die keinen oder nur unregelmäßig Unterhalt vom anderen Elternteil bekommen, auf einen Zuschuss vom Staat hoffen. Doch dafür ist ein Antrag notwendig.

Hintergrund: Bisher gab es einen solchen Unterhaltsvorschuss des Staates nur für Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren. Zum 1. Juli wurde diese Grenze nun auf 18 Jahre angehoben. Auch die bisherige Festlegung, dass ein solcher Zuschuss nur für den Zeitraum von sechs Jahren gezahlt wird, ist weggefallen.


3,5 Millionen Euro Vorschussleistungen


Die Zahl der Anspruchsberechtigten schwankt monatlich. Denn die Gründe für das Ausbleiben von Unterhalt sind vielschichtig. Der Landkreis gewährte im vergangenen Jahr insgesamt rund 3,5 Millionen Euro an Vorschussleistungen. Durchschnittlich erhielten monatlich 1788 Alleinerziehende diese Leistungen vom Staat, informiert das Jugendamt der Kreisverwaltung. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es knapp 1,76 Millionen Euro, die an Alleinerziehende (im Schnitt 1750 Fälle monatlich) ausgezahlt wurden.

„Insgesamt gehen wir derzeit davon aus, dass sich der Betrag der Zahlungen an Unterhaltsvorschuss-Leistungen durch das neue Gesetz verdoppeln wird“, sagt Kreissprecher Michael Fengler. Bereits jetzt, nach knapp zwei Monaten seien rund 1200 Anträge auf Unterhaltsvorschuss nach den neuen gesetzlichen Regelungen in der Kreisverwaltung eingegangen. Wichtig für alle Antragsberechtigten: „Die Antragsfrist für die rückwirkende Bewilligung der Leistungen ab 1. Juli ist bis zum 30. September verlängert worden. Bis dahin können Anspruchsberechtigte ihren Antrag stellen und erhalten die Leistungen dann rückwirkend ausgezahlt“, so der Kreissprecher.

Wurden Anträge bereits seit dem 1. Juli angenommen, konnte die Bearbeitung dieser aber erst am 18. August beginnen. Denn erst zu diesem Zeitpunkt sei das Gesetz in Kraft getreten, so Michael Fengler und weiter: „Die Anträge werden jetzt abgearbeitet und die Leistungen rückwirkend zum 1. Juli bewilligt, wenn die Voraussetzungen vorliegen.“

Doch es gehe nicht nur um die Bearbeitung der Anträge auf Auszahlung. Das Geld vom Staat ist, wie es das Wort sagt, ein Vorschuss. Der Staat holt sich das Geld vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurück, notfalls auch auf dem Klageweg. „Der Rückgriff wird bei den Unterhaltsschuldnern frühzeitig begonnen und konsequent verfolgt“, sagt der Kreissprecher. Im vergangenen Jahr seien rund 744 000 Euro von den Unterhaltspflichtigen zurückgezahlt worden. Das entsprach einer Quote von 21,25 Prozent. In den beiden Jahren zuvor betrug diese Quote 20,58 (2015) beziehungsweise 20,7 Prozent (2014).



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