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Flüchtlingshilfe in Güstrow : Unsere Tür steht jedem offen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gelebte Nachbarschaftshilfe: Der Güstrower Christian Meier möchte einen privaten Treffpunkt für Flüchtlinge und Helfer schaffen.

von
erstellt am 31.Mai.2016 | 05:00 Uhr

„Satt, warm und trocken haben wir die Flüchtlinge, die zu uns gekommen sind, inzwischen. Heißt: Sie haben Wohnungen, gehen zur Schule und sind medizinisch versorgt – langsam stellt sich der Alltag ein“, weiß Christian Meier, Sozialbetreuer beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), der zudem auch Koordinator für die Flüchtlingsarbeit ist. Doch nun müsse die Integration beginnen, sagt der 49-jährige Güstrower weiter.

Dafür habe sein Arbeitgeber viele tolle Angebote sowohl für die Flüchtlinge als auch für Menschen, die helfen wollen. Als Beispiel nennt Meier die Patenschaften. Hier übernehmen Ehrenamtler die Patenschaft für einzelne Flüchtlinge oder Flüchtlingsfamilien und fungieren als Lotsen, die in Alltagsfragen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das soll das Einleben erleichtern und die Integration fördern. „Gerade in diesen Fragen bedarf es Hilfe. Da geht es alleine schon darum, was man wo einkaufen kann – so etwas braucht ehrenamtliche Unterstützer, die ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen“, erklärt Christian Meier. Trotz Deutschkurs sei die Sprache natürlich eine große Schwierigkeit im Alltag, weiß der Flüchtlingshelfer. „Das würde auch uns so gehen – in Syrien könnten wir kein Straßenschild lesen“, sagt Meier weiter. So hätte eine junge Mutter schon Probleme, die richtigen Produkte für ihr Kind in einer Drogerie zu finden. Christian Meier baut dabei auf nachbarschaftliche Hilfe und möchte diese nun im Ehrenamt forcieren. „Desto mehr Räume sich öffnen, umso besser für unser Ziel: die Integration“, sagt Christian Meier.


„Bummi“ wird zum Treffpunkt


Als Eigentümer des ehemaligen Kinderbekleidungshauses „Bummi“ in der Güstrower Mühlenstraße, möchte er hier einen privaten Treffpunkt einrichten. „Es ist meine persönliche Leidenschaft, unseren neuen Nachbarn – dieses Wort gefällt mir viel besser als Flüchtling – den Start in ihr neues Leben so einfach wie möglich zu machen“, sagt Meier. Das Ladenlokal steht leer und soll nun neu genutzt werden. Im hinteren Bereich hat er bereits einen kleinen Basar mit Dingen des täglichen Bedarfs aufgebaut. „Alles Dinge, die ich von Freunden und Bekannten bekommen habe“, sagt der 49-Jährige und fügt hinzu: „Das hier soll ein Ort der Begegnung werden. Unsere Tür steht jedem offen. Jeder darf hier Ideen einbringen – darum steht auch weder ein Verein noch ein Träger hinter diesem Projekt“, erklärt der Güstrower, der hofft, dass aus diesen Begegnungen auch Freundschaften entstehen, man sich gegenseitig zum Essen einlädt und einander kennenlernt. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man viel zurück bekommt, neue Einblicke und Sichtweisen erhält und etwas über die Menschen, ihr Land und ihre Kultur lernt – am Ende stellt man fest, dass sie gar nicht so anders sind, wie wir“, resümiert Christian Meier seine Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit.

Ab Donnerstag soll die neue Begegnungsstätte geöffnet sein. „Dienstag und Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr und Sonnabend zwischen 9 und 12 Uhr ist jemand hier. Wir freuen uns über Sachspenden von Haushaltsgegenständen, Fahrrädern und Spielwaren und über Mitstreiter mit vielen Ideen“, sagt Meier. Außerdem suchen die Ehrenamtler noch nach einem Namen für den Treffpunkt in der Mühlenstraße. „Komm-Center“, „Nachbarschaftstreff“ oder „Güstrower Freunde“ sind nur einige Namensvorschläge. „Wir wollen sie im Schaufenster aushängen und jeder, der vorbeischaut, darf sich an der Wahl beteiligen“, sagt Christian Meier, der sich auf viele neue Bekanntschaften freut.

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