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Flüchtlinge : „Unsere Sorgen sind jetzt geringer “

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bürgerversammlung in Mühlengeez: Innenminister Lorenz Caffier stellte sich den Fragen der Einwohner und Gewerbetreibenden.

von
erstellt am 28.Okt.2015 | 19:54 Uhr

„Ich habe versprochen wiederzukommen, um mit den Anwohnern über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen und nun bin ich – vier Wochen später“, sagte Innenminister Lorenz Caffier gestern Abend auf einer Einwohnerversammlung im BBM-Einrichtungshaus in Mühlengeez. Seit rund vier Wochen betreibt das Land auf dem Gelände des Messe- und Ausstellungszentrums (MAZ) eine Noterstaufnahme-Einrichtung für mehr als 1000 Flüchtlinge. Vor der Inbetriebnahme hatte es bereits schon einmal einen derartigen Gesprächstermin mit dem Minister in Mühlengeez gegeben, wo gleichzeitig dieser Nachfolgetermin vereinbart wurde.

Zahlreich strömten Anwohner, Gewerbetreibende und Gäste gestern Abend in das örtliche Einrichtungshaus. „Hier in Mühlengeez stehen gerade einmal 17 Häuser und es scheinen alle hier zu sein“, erklärte Karl-Heinz Kissmann, Bürgermeister der Gemeinde Gülzow-Prüzen, der auch Mühlengeez angehört, am Rande der Veranstaltung. Lorenz Caffier lobte indes die hohe Einsatzbereitschaft aller Helfer vor Ort und hob die Tatsache hervor, dass es bisher zu keinen nennenswerten Problemen gekommen sei. „Mühlengeez ist auf keinen Fall eine Dauerlösung für uns. Langfristig wollen wir dieses Lager vom Netz nehmen. Wann das sein wird, kann ich ihnen heute leider noch nicht versprechen“, gab der Minister unumwunden zu. Die gegenwärtige Situation sei für alle eine große Herausforderung und sie sei auch ein Stück weit durch Improvisation und kurzfristige Entscheidungen gekennzeichnet, so Caffier weiter.

Eine der dringlichsten Fragen aus dem Plenum zielte am gestrigen Abend auf die Ausrichtung der Mela im kommenden Jahr ab. Gerüchte würden laut, dass die Mela andernorts stattfinden solle, war von den Gästen der Einwohnerversammlung zu erfahren. Lorenz Caffier gab Entwarnung: „Die Messe wird stattfinden. Das sind wir allen schuldig, die auf diese Messe bauen. Ein anderer Austragungsort für die Mela wäre mir vollkommen neu.“

Auch sei es wichtig an die Sicherheit der Flüchtlinge zu denken. Viele seien zu Fuß nach Güstrow auf der Bundesstraße unterwegs. Der Bitte nach Warnwesten wolle Caffier nun nachkommen. „Das sind unkomplizierte Maßnahmen, die wir sicher schnell umsetzen können“, sagte der Minister.

In einem waren sich die Gäste gestern Abend einig: ihre Sorgen und Ängste seien inzwischen viel geringer, als noch vor vier Wochen. Und im Hinblick auf die Willkommenskultur setzte Bürgermeister Karl-Heinz Kissmann noch ein deutliches Zeichen: „Wir wollen am 29. November gemeinsam mit den Flüchtlingen einen Weihnachtsbaum aufstellen. Das ist unser Beitrag zur Humanität.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier

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