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Projekt gegen Fachkräftemangel : Ungarische Pflegekräfte in Güstrow integriert

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Erfolgreiches Integrationsprojekt: KMG-Klinikum stellt zwölf Pflegekräfte aus Ungarn ein und möchte daran anknüpfen

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 05:00 Uhr

„Vor einem Jahr waren wir in Budapest, haben die Vorstellungsgespräche geführt – da brauchten wir einen Übersetzer, um mit den ungarischen Pflegekräften zu sprechen“, erinnert sich Marcus Welzel, der als Pflegedirektor des KMG-Klinikums in Güstrow den Integrationsprozess der ausländischen Fachkräfte begleitet hat. Seit zehn Monaten sind zwölf Ungarn nun am Güstrower Klinikum beschäftigt. „Die größte Hürde war die Sprache, denn fachlich war der Ausbildungsstand mit unserem vergleichbar“, erklärt Welzel weiter.

Einfach sei es für die Ungarn dennoch nicht gewesen – fern ab von Heimat und Familie. „Darum gibt es Paten, die sich sowohl auf Arbeit als auch in der Freizeit, um die neuen Fachkräfte kümmern“, erklärt Stefan Eschmann, Vorstandsvorsitzender der KMG-Kliniken, das Konzept. So seien in den vergangenen Monaten auch Freundschaften unter den Kollegen entstanden, ergänzt Marcus Welzel. Nicht zuletzt wurden bei der feierlichen Begrüßung der Pflegekräfte als vollwertige Mitarbeiter der Klinik am gestrigen Vormittag auch individuelle Fotoalben an jeden Einzelnen übergeben. „Das macht deutlich, wie gut dieses Projekt hier geklappt hat“, sagt Eschmann.

Anfänglich habe es schon eine gewisse Skepsis und Misstöne gegeben, aber die seien schnell verflogen, betont auch Klinikgeschäftsführer Thomas Bürger. „Nun ist es schön zu sehen, dass die neuen Kollegen gut aufgenommen und ins Team integriert wurden“, sagt Bürger weiter. Für das Güstrower Klinikum war dies ein Pilotprojekt, um dem deutschlandweiten Fachkräftemangel Rechnung zu tragen. „Für uns als Unternehmensgruppe war es sehr spannend diesen Integrationsprozess zu beobachten und wir freuen uns, dass es so erfolgreich gelaufen ist“, resümiert Vorstandsvorsitzender Stefan Eschmann aus Sicht der Unternehmensführung. „Der Dank gilt den Kollegen, die jeden Tag ihren Teil zur Integration beigetragen haben und den ungarischen Kollegen, die sich auf uns eingelassen haben“, macht Marcus Welzel deutlich. Jetzt habe man Übung und könne in die nächste Runde starten, fügt er hinzu.

Das ist ganz im Interesse der Unternehmensführung. Die habe sich sogar bereits im nicht europäischen Ausland um Pflegefachpersonal bemüht. „Ob des Fachkräftemangels, ist das ein wichtiger Schritt“, betont Stefan Eschmann. Mit dieser Entscheidung stünde der KMG-Konzern nicht alleine da. Im Ausland konkurriere man durchaus mit anderen deutschen Klinik-Konzernen um Fachkräfte. Da helfe es nicht, dass formale Hindernisse – etwa das abschlägige Bescheiden von Visumanträgen – eine Einstellung verhindern. „Durch derartige lokalbehördliche Hindernisse insbesondere gehen uns wertvolle Monate verloren, in denen wir bereits weitere Integrationsprojekte hätten initiieren können“, kritisiert Stefan Eschmann.

 

 

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