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SVZ-Ehrenamtsserie : Unermüdlich auf Beinen gewesen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Ehrensache“: Lilli Günther aus Güstrow hat 20 Jahre ehrenamtlich den „Boten“ für die Domgemeinde Güstrow verteilt.

Erst kürzlich hat Lilli Günther aus Güstrow wieder das kirchliche Mitteilungsblatt „Bote“ der Güstrower Dom- und Pfarrgemeinde in ihrer Wohngegend ausgetragen. „Das war das letzte Mal“, sagt die 82-Jährige . Seit mehr als 20 Jahren hat Lilli Günther diesen ehrenamtlichen Dienst für die Domgemeinde übernommen, doch nun ist sie eben nicht mehr so gut zu Fuß, wie noch in der Anfangszeit.

„Als Pastor Helwig mich damals fragte, hatte ich noch flotte Beine. Da ging das ganz fix“, erzählt Lilli Günther, die gar nicht lange überlegen musste, diesen Aufgabe zu übernehmen. Das war Mitte der 1990er-Jahre. Da war sie gerade in den Vorruhestand gegangen, nachdem sie 32 Jahre als Produktionsarbeiterin bei Küchenmöbel in Güstrow gearbeitet hatte.


Immer bei Speedway-Rennen dabei

In Groß Markow aufgewachsen, lebt Lilli Günther seit 1961 in Güstrow. Mit ihrem Mann Heinz hat sie sich den Traum eines kleinen Reihenhauses erfüllt. Ein großes Hobby der 82-Jährigen war immer Speedway. „Wenn die Motoren angingen, war ich glücklich“, erzählt sie. So sei sie schon immer zu Rennen nach Teterow aber auch nach Pardubice in Tschechien gefahren. Seit 1964 war sie bei Rennen dabei, immer wenn sie konnte. Vor zwei Jahren war auch damit Schluss.

Lilli Günther musste in ihrem Leben viel arbeiten, sie wuchs auf einem Hof auf. Diese Schaffenskraft ist ihr bis heute geblieben. Viermal im Jahr holte sie sich die Zeitungen vom Domgemeindebüro ab und steckte sie in die jeweiligen Briefkästen. Manchmal sei auch ein Schwatz möglich gewesen, wenn ein Empfänger gerade an der Tür war. Sie musste gar nicht mehr überlegen, sondern wusste genau, wer einen „Boten“ bekommt. In der letzten Zeit aber wurden ihr die Zeitungen gebracht, um sie zu verteilen. „Aber jetzt ist wirklich Schluss, es geht nicht mehr“, sagt die 82-Jährige. Treppensteigen falle ihr doch zu schwer.

Insgesamt sind es 48 Helfer, die für die Güstrower Domgemeinde in über 150 Straßen etwa 1800 Briefkästen mit den Informationen der Kirche versorgen. Erst 1995 wurde damit begonnen. „Vorher lag der Dombote nur in der Kirche aus“, erinnert sich Karin Fuchs vom Domgemeindebüro. Doch seit über 20 Jahren wird das Blatt nun an alle Mitglieder von ehrenamtlichen Helfern verteilt. Auch in der Pfarrkirche wird dies so gehandhabt. Somit wird der Kontakt zu allen Gemeindegliedern aufrecht erhalten, ohne dass es den Kostenrahmen sprengt.

„Wir möchten Lilli Günther besonders danken für ihren Einsatz über all die Jahre. Aber wir sagen auch danke an alle, die in diesen Tagen in den Straßen Güstrows unterwegs sind, damit die Gemeinde-Informationen in die Häuser kommen“, sagt Karin Fuchs.

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