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Zur Fassaden-Neugestaltung am Markt : Umbau begrüßt und abgelehnt

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Leserecho: Greta Arlitt (85) ist auf Umgestaltung der Fassade der alten Sparkasse gespannt / Inge Molle dagegen ist entrüstet

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Was in ihrer Heimatstadt Güstrow passiert, verfolgen die Güstrowerinnen Greta Arlitt (85) und Ursula Seemann (84), die beide in der Innenstadt wohnen, mit Aufmerksamkeit. Bei Spaziergängen schauen sich die beiden Frauen, die schon seit der Schulzeit miteinander befreundet sind, gerne an, was an Neuem entsteht und wie immer mehr alte Häuser in der Innenstadt wieder hergerichtet werden.

Gespannt sehen sie deshalb auch dem geplanten Umbau der früheren Sparkasse am Markt entgegen, sagen sie (siehe SVZ vom 27. Januar 2015). „Am liebsten hätten wir es ja, wenn das Gebäude wieder so werden würde, wie es vor 1930 mal war“, sagt Greta Arlitt. Denn dies gefalle ihr mit seiner reich verzierten Fassade am besten, stellt sie fest.

„Ich hätte nichts gegen Fenster bis ganz nach unten auf den Boden. Es ist doch nicht gesagt, dass früher immer alles das Nonplusultra war“, meint die Güstrowerin.

Und steht damit konträr zu den Denkmalschützern der Stadt, die Ende Januar in unserer Zeitung ihr Entsetzen über die geplante Veränderung der Fassade vom Architekten Kegebein zum Ausdruck gebracht hatten.

Jede Zeit habe den Bauten auch am Markt ihren eigenen Stempel aufgedrückt, so Greta Arlitt. So habe sie vor 14 Tagen zu ihrem Geburtstag von ihrem Sohn ein altes, gerahmtes Foto vom Güstrower Markt bekommen, das er im Antik-Laden gekauft hatte. Darauf ist an genau derselben Stelle ein noch ganz anderes Haus als der verzierte Bau zu sehen, der bis 1930 am Markt 16/17 stand und der dann vom Kegebein-Bau abgelöst wurde. Aus welchem Jahr das Foto und damit auch dieses Haus stammt, das Greta Arlitt nun entdeckte, ist leider nicht ersichtlich.

Auf jeden Fall zeige es die ständigen baulichen Veränderungen am Markt, meint die alte Dame.


„Tiefe Fenster würden Fassade verschandeln“


Überhaupt nicht einverstanden mit dem Umbau der alten Sparkasse ist dagegen Inge Molle. Die Güstrowerin, die mit ihrem Mann bis 1993 eine Bäckerei in der Mühlenstraße betrieben hat, wisse sehr wohl, dass es schwierig sei, Mieter zu finden und dass man dafür Kompromisse eingehen müsse. „Aber dass für ein Café die Fenster bis auf die Erde reichen müssen“, bezweifelt sie. „Das finde ich unerhört! Das würde das Haus verschandeln.“ Die 77-Jährige hat vor über 60 Jahren einst selbst in der Deutschen Notenbank schräg gegenüber gelernt und so die Sparkasse täglich im Blick gehabt. Was Inge Molle sich fragt: Wer weiß schon, wie lange die künftigen Mieter im Haus bleiben werden, und ob dann einem neuen Mieter der Umbau gefällt?

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