Verkehrskontrolle : Um Ausreden nicht verlegen

Polizeihauptkommissar René Buschow überprüft das Fahrrad von Christiane Salchow. „Alles in Ordnung, gute Weiterfahrt“, wünschte er gestern Morgen.
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Polizeihauptkommissar René Buschow überprüft das Fahrrad von Christiane Salchow. „Alles in Ordnung, gute Weiterfahrt“, wünschte er gestern Morgen.

Große Kontrolle: Polizei stoppte gestern Morgen an vier Stellen in Güstrow Radfahrer und überprüfte Verkehrssicherheit

svz.de von
05. November 2014, 06:00 Uhr

An vier Stellen kontrollierten gestern Beamte des Polizeihauptreviers Güstrow zwischen 6 und 7.30 Uhr die Sicherheit von Fahrrädern. Hauptaugenmerk lag dabei auf einer intakten Beleuchtung. Während der 90-minütigen Kontrollzeit sprachen die Beamten nach Beanstandungen zehn Vorschläge für ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro aus. Gleichzeitig wurden drei Kontrollberichtsverfahren gegen Autofahrer eingeleitet. Hans-Joachim Kracht, Leiter des Polizeihauptreviers, zeigte sich zufrieden. „Das Verhalten der Bürger hat sich verbessert. Der Kontrolldruck und die Aufklärungskampagnen der Polizei und der Verkehrswacht haben bei der Verkehrssicherheit am Fahrrad zu einem Bewusstseinswandel in der Bevölkerung geführt“, schätzte er ein.


Mit Grubenlampe an Mütze unterwegs


Am Kontrollpunkt vor der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in der Goldberger Straße versahen Polizeihauptkommissar René Buschow und Polizeihauptmeister Andreas Müller ihren Dienst. Kurz nach 6.30 Uhr sichteten die Beamten das erste unbeleuchtete Fahrrad. Es stellte sich aber heraus, dass eine Tasche im Fahrradkorb die Beleuchtung verdeckt hatte. Das Problem konnte schnell behoben werden. Kurze Zeit später stoppte Müller den ersten Fahrer, der mit einem komplett unbeleuchteten Fahrrad unterwegs war. Dafür hatte sich der 55-Jährige eine Grubenlampe und einen Rückstrahler auf die Mütze gebunden. „Das reicht doch aus. Ich kann den Weg gut erkennen und gesehen werde ich auch“, verteidigte sich der Radler. Buschow bescheinigte ihm, eine originelle Idee zu haben, klärte aber auch auf, dass die nicht ausreichend sei. Es gehe um eine vorschriftsmäßige Beleuchtung am Fahrrad und im konkreten Fall fehlten sogar die Rückstrahler an den Pedalen. Die Polizisten gaben dem Fahrradfahrer einen Flyer mit auf den Weg, auf dem alle Merkmale eines betriebssicheren Fahrrades aufgeführt waren.

„Zusätzlich ist in der dunklen Jahreszeit eine helle Kleidung und sogar das Tragen einer Warnweste zu empfehlen. Es gilt das Motto ‚Sehen und gesehen werden’. Aber für den Fahrradfahrer ist besonders wichtig, dass er von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird“, erklärte der Polizeihauptkommissar. An Ausreden hörten die Polizisten an diesem Morgen einiges. Die Skala reichte vom „Hauptrad“, das plötzlich einen Platten hatte, weswegen man auf das unbeleuchtete Ersatzrad wechseln musste, über die Erkenntnis, dass das Fahren mit Dynamo anstrengender sei, bis zu der Versicherung, dass man ein Sportrad ohne Beleuchtung im Handel erworben habe.


Straßenbeleuchtung um 7.15 Uhr aus


Gegen 7.15 Uhr verteidigten sich die ohne Licht fahrenden Radler mit dem Argument, dass es nun ausreichend hell sei. „Da gibt es keine konkreten Festlegungen“, räumte Müller ein. „Wir nehmen als Richtwert die Straßenbeleuchtung. Geht sie aus, dürfte es hell genug sein.“ Tatsache hatte die Beleuchtung in der Goldberger Straße in der Barlachstadt ihren Betrieb um diese Zeit gerade eingestellt.




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