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Federvieh an Güstrows Haussee : Überraschungsgäste am Inselsee

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Foto setzte Recherche Güstrower Ornithologen in Gang: Gelbe Pfeifgans entdeckt.

Überraschung für die einheimischen Ornithologen am Güstrower Inselsee: Dort halten sich zwei Gelbbrustpfeifgänse, auch Gelbe Pfeifgans genannt, auf. Jörg Bußmann, der den Bootsverleih betreut und Freizeit-Ornithologe in der Güstrower Fachgruppe ist, entdeckte sie als Erster, kannte sie aber nicht. „Das sind Enten oder Gänse oder etwas dazwischen“, meinte er. Bußmann bat die SVZ, die gerade für einen Bericht über die Firma Wanderer-Aktivtour (wir berichteten) vor Ort war, die Vögel zu fotografieren. SVZ setzte sich mit Joachim Loose, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Güstrow, in Verbindung. Gleichzeitig meldete Jörg Bußmann der Güstrower Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz seine Beobachtungen.
Sowohl Joachim Loose als auch die Fachgruppe reagierten umgehend, begannen ihre Recherchen.

Bei der Fachgruppe wurden sie Teil einer öffentlichen Vogelstimmenwanderung, die am Sonnabend früh unter der Leitung von Dr. Angela Martin stattfand. Die fünf Vogelstimmenwanderer hatten Glück: Sie konnten die beiden Vögel ebenfalls beobachten und fotografieren. Angela Martin: „Wir konnten aber zunächst nichts mit den Enten anfangen. Mir waren sie noch nie über den Weg ,gelaufen‘. Da ich immer ein Vogelbuch dabei habe, entdeckten wir in Pareys Vogelbuch eine Abbildung. So konnten wir die Gelbe Pfeifgans noch an Ort und Stelle bestimmen.“

Woher sie kommen ist nun die Frage. In einschlägigen Fachbüchern steht, dass die Gelbe Pfeifgans zur Familie der Entenvögel gehört. Beheimatet ist sie in Zentral- und Südamerika, der südlichen Küstenregion Nordamerikas, Kuba, Puerto Rico, in Subsahara-Afrika, Madagaskar und auf dem Indischen Subkontinent (siehe Hintergrund). Somit könnten sie Irrgäste aus dem tropischen Afrika sein, wurde zunächst spekuliert.

Joachim Loose vermutet allerdings etwas anderes. Loose: „Interessant waren für die Ornithologen die Ringe an den Füßen beider Vögel. Sie zeigen uns, dass es sich um aus der Gefangenschaft entflohene Tiere handelt. Der allseitig geschlossene Ring ist ein Züchterring. Ringe, die in der wissenschaftlichen Vogelberingung von zugelassenen Beringern bei Wildvögeln angelegt werden, sind stets offene, erst bei der Beringung zugebogene Ringe.“

Die Fachgruppe möchte mehr über die Vögel erfahren. Perfekt wäre es nach Ansicht von Angela Martin und Joachim Loose, wenn sich der Züchter, dem die Vögel entflohen sein müssen, anhand der Ring-Nummern melden würde (erkennbarer Teil der Ringe: Männchen – „14/F61“ und Weibchen – „FR12“).

Die Naturschützer sind für diesen Hinweis, mit dem die Gelbe Pfeifgans ermittelt werden konnte, sehr dankbar. Sie wollen alle diejenigen bestärken, die unbekannte Vögel sehen, diese zu fotografieren und die Fotos der Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz unter der Mail-Adresse nabu-og-guestrow@gmx.de zukommen zu lassen.





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