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Spielplatzerweiterung : Überraschung am Nachtigallenberg

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Vorbereitung einer Spielplatzerweiterung brachte Mauerreste zu Tage. Bodendenkmalpfleger dokumentieren Fund

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Am Nachtigallenberg soll der Spielplatz erweitert werden. Weil es Vorschriften für den Fallschutz gibt, musste dazu Boden ausgehoben werden. Nur weil Mitarbeiter des Stadtbauhofes in dieser Ferienwoche auch Urlaub haben, geschah dies schon in der vergangenen Woche. Welch ein Glück, denn niemand hatte damit gerechnet, dass man an der Stelle auf irgendwelche Überreste vergangener Zeiten stößt. So hatten die Bodendenkmalpfleger nun ein paar Tage Zeit, bevor am kommenden Dienstag die neuen Spielgeräte aufgestellt werden.

„Sensationelle Funde sind es nicht“, betont Alexander Schacht von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises. Zusammen mit dem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Gerhard Brunk hat er fotografiert und dokumentiert. Zu Tage traten in Reihen angeordnete Ziegelsteine. Über den Ursprung könne man nur philosophieren. Denkbar sei, dass es Reste eines Gebäudes sind. „Vielleicht aus dem 18. Jahrhundert“, sagt Schacht. Das Format sei größer als die seit Ende des 19. Jahrhunderts genormten Ziegelsteine, aber auch kleiner als Klosterformatsteine aus dem Mittelalter. „Es gab hier eine neuzeitliche Bastion außerhalb der Stadtmauer“, benennt Schacht eine Möglichkeit der Einordnung des Fundes.

Die beiden Männer haben an der freigelegten Stelle die obere Schicht genauer unter die Lupe genommen und einigen Schutt gefunden. „Eher Neuzeit“, meint Gerhard Brunk und fügt hinzu: „Vielleicht aus der Zeit, als die Schule – das Brinckmangymnasium – gebaut wurde.“ Tiefer gehen die Bodendenkmalpfleger nicht in die Erde. „Unsere Aufgabe ist es zu erhalten, was im Boden steckt“, erklärt Alexander Schacht. Der Fund werde dokumentiert. Sollte irgendwann einmal an der Stelle gebaut werden, könnten die dann Verantwortlichen das Geheimnis der Mauerreste lüften.

Dienstag neue Spielgeräte aufstellen

Verwundert war man bei der Stadt über die Funde schon. Haate man doch gedacht, bei der Sanierung der Wallanlagen in den 1990er-Jahren schon alles entdeckt zu haben. Aus dem Jahr 1997 stammt auch der Spielplatz. Er ist noch nicht unbedingt in die Jahre gekommen. Nils Persson gibt den Spielgeräten noch fünf bis sieben Jahre. „Es ist aber ein Spielplatz für die größeren Kinder, etwa ab sechs Jahren, unter dieser Maßgabe auch angelegt“, sagt der Mitarbeiter der Bauverwaltung der Stadt. Da sich in den vergangenen Jahren viele Familien mit Kindern in der Innenstadt angesiedelt haben, sei die Forderung nach Spielgeräten für unter sechsjährige Kinder gestellt worden. Dem trage man nun Rechnung. Persson kündigt eine Sand-Spiel-Kombination, eine kleine Nestschaukel sowie zwei weitere Wipper mit Tiermotiven an. Knapp 19 000 Euro investiert die Stadt in die Erweiterung des Spielplatzes. Zum nächsten Wochenende sollte alles fertig sein, kündigt Persson an.

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