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Seniorenbegleiter : „Über den Gartenzaun“ für wichtige Hilfen werben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bilse-Institut Güstrow will im Landkreis Netz von Seniorenbegleitern etablieren. Erste Erfolge in Hoppenrade.

von
erstellt am 24.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Pflege- und hilfsbedürftigen Mitbürgern auf dem Land helfen – das will die Initiative „Seniorenbegleiter“ des Bilse-Instituts für Bildung und Forschung Güstrow in enger Kooperation mit dem Pflegestützpunkt Güstrow. „Denn gerade auf dem Land gibt es viele ältere Menschen, die aufgrund von Abgeschiedenheit, Mangel an Mobilität sowie vermehrten Einzelhaushalten keinen Zugang zu Informationen über Pflege- und Hilfsangebote und ihnen zustehende Unterstützung haben“, sagt Projektmitarbeiterin Ruth Hügle vom Bilse-Institut. Hier kommen die Seniorenbegleiter ins Spiel.

Oft werde der Begriff „Seniorenbegleiter“ falsch verstanden, gibt Ruth Hügle zu. „Die Seniorenbegleiter sind nicht dazu da, den hilfsbedürftigen Senioren beim Einkauf oder bei Arztbesuchen zu helfen“, unterstreicht sie. „Vielmehr suchen wir ehrenamtlich Engagierte, die als Lotsen zum Güstrower Pflegestützpunkt fungieren. In vielen ländlichen Gebieten unseres Landkreises fehlen Informationen und das Wissen darüber, wohin sich Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörige wenden können.“ Dazu braucht sie Leute, die in ihren Dörfern und Gemeinden gut vernetzt sind, die bei Gesprächen „über den Gartenzaun“ erfahren, dass jemand pflegebedürftig ist. Die Seniorenbegleiter sollen dann für die Möglichkeiten einer individuellen, kostenfreien und fachkundigen Beratung durch den Pflegestützpunkt werben. „Sie sollen nicht selbst beraten, sondern ältere Menschen dazu ermuntern, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen“, sagt Ruth Hügle. Denn gerade bei Älteren sei die Hemmschwelle oft groß, sich professionell beraten und helfen zu lassen.


Infoveranstaltung in Mühl Rosin


Ruth Hügle will Seniorenbegleiter im ganzen Landkreis auf dem Land etablieren. Dazu tritt sie in Kontakt mit Ämtern, Gemeinden, Vereinen und Seniorenbeiräten. Zuletzt warb sie auf der Gemeindevertretersitzung in Mühl Rosin für das Vorhaben und stieß auf positive Resonanz. In der Bowlingbahn in Mühl Rosin findet am 6. September um 16 Uhr die nächste öffentliche Informationsveranstaltung statt, bei der Seniorenbegleiter als Vertrauenspersonen für Menschen mit Pflegebedarf gesucht werden.

Erste Erfolge kann das Projekt bereits verzeichnen. In Hoppenrade hat sich eine feste Gruppe von acht Seniorenbegleitern etabliert. „Das ist gut angelaufen“, sagt Ruth Hügle. „Das Amt Krakow am See war unsere erste Modellregion.“ Die Hoppenrader haben auch bereits Hilfsbedürftige an den Pflegestützpunkt Güstrow vermittelt. „Jetzt haben wir unsere Fühler auch nach Schwaan ausgestreckt“, sagt die Projektmitarbeitern. Hier kooperiert das Bilse-Institut mit dem Verein „Bürger für Schwaan“. In dessen Begegnungsstätte wird am 8. September um 14 Uhr zu einer weiteren Informationsveranstaltung zum Thema „Seniorenbegleiter in ihrer Region“ eingeladen. „Wir sind dabei, ein Netzwerk von Seniorenbegleitern im ländlichen Raum des Landkreises aufzubauen“, sagt Ruth Hügle zuversichtlich. Jens Griesbach

Hintergrund:

Die Initiative „Seniorenbegleiter“ ist Teil des im Projektes „Go Active – Keiner ist allein!“ in Trägerschaft des Bilse-Institutes für Bildung und Forschung Güstrow, unterstützt durch das Sozialamt des Landkreises Rostock und gefördert aus den Mitteln des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern. Anmeldungen zu den Informationsveranstaltungen sowie Hintergründe telefonisch unter 0 38 43/82 62 5, per E-Mail info@bilse.de.

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