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Stadtsanierung Krakow am See : Typisches Kleinstadt-Bild erhalten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Geförderte Stadtsanierung in Krakow am See nach 25 Jahren abgeschlossen. Kleinteilige Maßnahmen besonders beliebt.

von
erstellt am 21.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Mit dem Abriss der Schulstraße-Nummern 4 und 6 an der Ecke zur Fischerstraße im September des vergangenen Jahres ist die Städtebauförderung in Krakow am See endgültig abgeschlossen worden. In tatsächliche Sanierungen waren die letzten zur Verfügung gestellten Mittel bereits 2014 geflossen. Zwei Jahre gab es dann noch wenige Restbeträge für solche Maßnahmen wie den Abriss jener maroden Wokra-Gebäude.

Fast 23 Millionen Euro sind in 25 Jahren Stadtsanierung in Krakow am See mithilfe der Städtebauförderung investiert worden. Bürgermeister Wolfgang Geistert würdigt Bund und Land für den finanziellen Beistand sowie das Engagement privater Hauseigentümer, die die Fördermöglichkeiten genutzt haben, um ihr Grundstück und damit den Luftkurort ein Stück attraktiver zu machen: „Das war für uns eine schöne Angelegenheit. Auf diese Weise konnten wir sämtliche öffentlichen Einrichtungen, Straßen, Wege und Grünanlagen in den Sanierungsgebieten erneuern.“ Die zwei Sanierungsgebiete, das waren rund 10 Hektar Altstadtfläche rund um den Markt bis zur Seepromenade und über die Landesstraße hinweg bis zur Bahnlinie einerseits. Als zweites Sanierungsgebiet schlossen sich das weiterführende Stück der Wilhelm-Pieck-Straße mit der Güstrower und der Goldberger Straße an. Insgesamt neun Straßen gehörten zu den Sanierungsgebieten, die mit gut 5 Millionen Euro neu gestaltet wurden, davon zur Hälfte aus Förderbeträgen. Zwölf städtische Gebäude wurden hier mit einem Aufwand von 4,3 Millionen Euro saniert.

Weit weniger Geld, nämlich „nur“ 976  000 Euro, floss in so genannte kleinteilige Maßnahmen. Das umfasst solche Reparaturen wie von Dächern und Fassaden, Türen und Fenster oder auch Wärmedämmungen. „Sehr gut angelegtes Geld“, findet Bürgermeister Geistert. Gezeigt habe sich nämlich, dass die Komplettsanierung ganzer Häuser unter dem Schirm der Städtebauförderung mit einem doch großen bürokratischen Aufwand verbunden war. So wären nur vier Objekte mit Hilfe von zusammen 237  000 Euro umfassend erneuert worden. „Viele Hauseigentümer haben lieber die Förderung von kleinteiligen Maßnahmen genutzt“, resümiert Geistert. Den Anfang nahmen diese Vorhaben im Jahr 1998 mit der Plauer Straße 7, wo die damaligen Eigentümer 4500 Euro aufgewendet hatten. Ihnen gleich oder ähnlich machten es die Eigentümer von 126 weiteren Objekten.

Gleichwohl, erinnert der Bürgermeister, habe die Gestaltungssatzung, die neben einer Erhaltungssatzung am Anfang der Stadtsanierung stand, bei verschiedenen Objekten auch Diskussionen ausgelöst. Vor allem aber habe die Städtebauförderung, gelenkt vom Sanierungsträger GOS (Gesellschaft zur Ortsentwicklung und Stadterneuerung mbH) und bei der der Rostocker Rahmenplaner Wilfried Millahn vielen Bauherren beratend zur Seite stand, wesentlich zur Erhaltung des Kleinstadt-typischen Gesichtes von Krakow am See beigetragen, ist der Bürgermeister überzeugt. Abrisse wie bei den zwei Häusern in der Schulstraße, die seit Jahren leer standen und ein unansehnliches Bild geboten hatten, seien selten nötig gewesen, die Erhaltungssatzung kaum angewendet werden müssen, da flächendeckende Abrisse vermieden werden konnten.

„Ein Anschlussprogramm wäre schön“, denkt Geistert dennoch laut. Einige Häuser mehr im Innenbereich der Stadt hätten es nämlich noch nötig gehabt. Zudem komme nach 20 Jahren jetzt manches, wie etwa an der Seepromenade, auch schon wieder in Reparaturbedarf. Und wichtig wäre ihm jetzt auch ein Programm zur Förderung des Wohnungsbaus.

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