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ASylproblematik : Tut die Stadt genug für Flüchtlinge?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Alexis Schwartz registriert unfreundliche, feindselige Stimmung / Fragen an Bürgermeister und Stadtvertretung

Eine unfreundliche, gar feindselige Stimmung gegenüber Flüchtlingen in der Barlachstadt moniert Alexis Schwartz. Dies jedenfalls sei seine Wahrnehmung auch aus Medien, erklärte das Mitglied der Initiative für mehr Toleranz und Weltoffenheit gestern Abend auf der Sitzung der Güstrower Stadtvertreter. Erst zum Wochenbeginn habe er in einer überregionalen süddeutschen Zeitung einen Artikel lesen müssen, mit dem dieser Eindruck wiedergegeben werde. Asylsuchende seien dort zu Wort gekommen, die sich über die Stimmung in Güstrow ihnen gegenüber beklagten.

Da Schwartz das Thema auf der Bürgerfragestunde ansprach, musste er seine Forderungen an Verwaltung und Stadtvertretung in Fragen verstecken.

Erstens: „Welche konkreten Maßnahmen unternimmt die Stadtverwaltung für eine möglichst dezentrale Unterbringung der Asylbewerber?“ Alexis Schwartz: „Eine zentrale Unterbringung, wie in der Südstadt wieder geplant, ist doch kontraproduktiv.“

Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) will zunächst die grundsätzliche Zuständigkeit des Landkreises für die Asylbewerber herausgestellt wissen. „Wir als Stadt können ja keine Wohnungen beschlagnahmen. Wir versuchen aber zwischen Wohnungseigentümern und dem Landkreis zu vermitteln“, sagt der Bürgermeister. Speziell die künftige Unterkunft in der Werner-Seelenbinder-Straße habe aber keinen üblichen Heimcharakter. Hier sei die AWG Vertragspartner des Landkreises geworden und man habe so 40 Wohnungen vor dem Abriss bewahren können.

Zweitens: „Was tut die Stadtverwaltung, um feindseliger Stimmung entgegen zu treten?“

Bürgermeister Schuldt sieht das Problem eher „bei der Berichterstattung“, durch die Güstrow in ein falsches Bild gerückt werde: „Das ist nicht die ganze Stadt. Sondern einige wenige verderben uns den Ruf.“ Er selbst weise immer wieder darauf hin, dass viele Ältere unter Güstrows Einwohnern selbst als Flüchtlinge gekommen sind. „Aber darüber berichten die Zeitungen nicht“, glaubt der Bürgermeister zu wissen.

Drittens: „Was wird getan, um Maßnahmen zur Integration der Flüchtlinge zu befördern?“ Bei ihren eigenen Bemühungen, darauf verweist Alexis Schwartz, habe die Initiative Toleranz und Weltoffenheit durchaus einigen Erfolg aufzuweisen. So mancher Asylbewerber erlerne hier bei ehrenamtlich tätigen Menschen erfolgreich die deutsche Sprache (SVZ berichtete). Und eine Fahrrad-Spenden- und Reparaturaktion (SVZ berichtete) trage wesentlich zur Mobilität und Teilhabe der unfreiwilligen Gäste bei.

„Deutschunterricht“, da stimmt der Bürgermeister vehement zu, „wäre immer ein Plus für alle. Und zwar egal, wie es mit den Flüchtlingen weitergeht.“ Jedoch habe die Stadt nun mal keine eigenen Lehrer. Schuldt stellt aber auch das Engagement von Vereinen heraus, in denen viel zur Integration beigetragen werde.

Seitens der Stadtvertreter gab es gestern zu Alexis Schwartz’ Fragen keine öffentlichen Reaktionen.


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