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Sportchronisten : Turnerfahne vor Verfall bewahren

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Sportchronisten starten Spendenaufruf zur Restaurierung der mehr als 100 Jahre alten ATV-Fahne

Der Verein Güstrower Sportchronisten ruft Bürger und Unternehmen der Barlachstadt zu einer Spendenaktion auf. Ziel ist, die mehr als 100 Jahre alte Fahne des Arbeiter-Turn-Vereins (ATV) Güstrow zu restaurieren und so für die Nachwelt zu erhalten.

Intensiv haben die Sportchronisten Uwe Zicker und Rudi Schröder zur Geschichte der Fahne geforscht. Im Frühjahr besichtigten sie das Exponat, das inzwischen im Depot des Museums der Barlachstadt lagert. „Wir waren uns mit Iris Brüdgam vom Stadtmuseum einig, dass ein schnelles Handeln notwendig ist, um diese geschichtsträchtige Fahne vor dem Verfall zu bewahren“, sagt Uwe Zicker. Der Vereinsvorsitzende ist der Meinung, dass es sich bei dem Stück nicht nur um eines der ältesten Sachzeugnisse aus der Sportgeschichte Güstrows handelt, sondern auch deutschlandweit eine Rarität sein dürfte. „Die meisten Fahnen aus der Geschichte des Arbeitersports sind während der NS-Zeit vernichtet worden, unsere hat sie überstanden“, sagt Zicker. Das Exponat weist zudem eine wichtige Besonderheit auf. „Vermutlich handelt es sich sogar um zwei Fahnen, die später zusammengefügt wurden“, sagt Rudi Schröder.

Gegründet wurde der ATV Güstrow 1894. Das genaue Datum ist unbekannt und auch, wann die Vereinsfahne in Auftrag gegeben und eingeweiht wurde. Auf der besser erhaltenen Vorderseite der Fahne sind im Wappen und auf dem Hemd des Turners die vier F, die für „Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei“ stehen, zu erkennen. „Dieser Teil muss vor 1907 gefertigt worden sein, denn in diesem Jahr grenzte sich der Verein nach einem Beschluss des Bundesturntages vom bürgerlichen Turnen ab. Nun hießen die Buchstaben FFST und standen für ,Frisch, Frei, Stark, Treu’“, erklärt Schröder. Dieses Motto ziert die stärker beschädigte Rückseite der Fahne. „Gefertigt sein muss sie zwischen 1907 und 1919, möglicherweise anlässlich der Vereinsjubiläen 1909, 1914 oder 1919“, vermutet Schröder. Unbestritten ist, dass die Fahne ob ihrer unterschiedlichen Symbolik auf beiden Seiten eine Rarität darstellt.

Erkundet haben die Sportchronisten auch die weitere Geschichte des Exponats. So rettete ein Ludwigsluster Sportfreund 1946 die Turnerfahne vor dem Abtransport. Zwischen 1965 und 1969 kam die Fahne anlässlich einer Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade zurück nach Güstrow. 1970 übergab das bekannte Turnerehepaar Wilhelm und Ilse Dieckmann die Fahne an das Museum. Zum 750-jährigen Stadtjubiläum führten die Altersturner Robert Kania und Otto Maybaum das Exponat im Festumzug mit.

Inzwischen hat Iris Brüdgam einen Kostenvoranschlag von einer erfahrenen Textilrestauratorin eingeholt. Demnach kosten die Restaurierung und das Anfertigen einer Spezialvorrichtung, die ein Ausstellen der im Besitz des Stadtmuseums verbleibenden Fahne zu Höhepunkten ermöglicht, zirka 5000 Euro. In den nächsten Tagen wollen Uwe Zicker und Rudi Schröder sich mit Unternehmen der Stadt in Verbindung setzen und Mittel einwerben. „Wir würden uns sehr freuen, wenn auch die Güstrower für dieses zur Sportgeschichte unserer Stadt gehörende Exponat ihren Beitrag leisten. Auch kleine Summen helfen uns weiter“, sagt Uwe Zicker.

 

Spendenkonto: Güstrower Sportchronisten, BIG: GENODEFIGUE, IBAN: DE 54 1406 1308 0001 3532 17, Kennwort: Restaurierung Turnerfahne


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