Bandprojekt : Trotz Handicaps voll dabei

Der Namensgeber der Band: Christian Haubitz am Schlagzeug.
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Der Namensgeber der Band: Christian Haubitz am Schlagzeug.

Seit Jahresanfang gibt es in der Wohnstätte „Distelberg“ der Lebenshilfe Güstrow die Band „Chrischi und die Notencrasher“.

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13. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Den Dienstag können Jaqueline, Maik und Christian kaum erwarten. Gemeinsam mit anderen Bewohnern der Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen „Distelberg“ der Lebenshilfe Güstrow freuen sie sich an dem Tag auf die Probe der Band „Chrischi und die Notencrasher“. So unterschiedlich die Handicaps der Bandmitglieder auch sein mögen, ihre Liebe zur Musik verbindet sie.

Seit Jahresbeginn übt die Gruppe. „Begonnen hatte eigentlich alles damit, dass wir das Sommerfest vorbereiten wollten. So entstand die Idee, einen Song zu komponieren und zu spielen“, erinnert sich Betreuer Marcel Behrndt, der die Band mit Andreas Fitz leitet. Gesagt, getan. Der selbst geschriebene Song handelt tatsächlich von ihrem Leben in der Wohnstätte im Ebereschenweg 5.

Bevor die Proben begannen, suchte die Gruppe einen Bandnamen. Das war die Stunde von Andreas Haubitz. Der 35-Jährige machte am Schlagzeug derart nachdrücklich auf sich aufmerksam, dass der spontan geäußerte Vorschlag „Chrischi und die Notencrasher“ die Zustimmung aller fand.

Zum Sommerfest gab es den mit viel Applaus aufgenommenen ersten Auftritt. Durch die Vermittlung eines Praktikanten wurden die Musiker für die Eröffnung des Abendprogramms des Scheunenrock-Festivals in Lohmen engagiert. „Das war ein tolles Erlebnis für jeden von uns“, beteuert Marcel Behrndt, der für die didaktische Betreuung der Band zuständig ist. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Andreas Fitz. Das Bandprojekt hat auch das Interesse der Beruflichen Schule geweckt. Die künftigen Heilerzieher wollten sehen, was im Bereich „Wohnen“ alles möglich ist. Inzwischen gibt es eine Kooperation mit der Abteilung soziale Berufe.

Nach dem Erfolg ihres ersten Titels haben die zehn Musiker mit den Proben an einem zweiten Musikstück begonnen. Dieses Mal wollen sie „Jetzt erst recht!“ covern. „So allmählich hört man schon, was wir da spielen wollen“, ist Andreas Fitz überzeugt. Der Betreuer ist ständig auf der Suche nach Sponsoren. „Viele unserer Instrumente sind von anderen Bands geliehen. Wir würden aber gern eigene anschaffen“, sagt er. Da kam eine Spende der Güstrower Rotarier gerade recht.

Als Auftrittstermine stehen das nächste Sommerfest in der Einrichtung und der Tag der offenen Tür in der Wohnstätte am 7. Juli bereits fest. Über die Annahme von weiteren Auftrittsangeboten entscheidet die Band basisdemokratisch.

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