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Landwirtschaft : Trotz gelber Felder noch gutes Bauchgefühl

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kahlfrost und eisiger Wind hinterlassen Spuren bei Getreidesaaten / Auswirkungen noch nicht abschätzbar

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 06:17 Uhr

Verwundert schaut so mancher dieser Tage über die Felder. Wo es im Dezember noch prächtig Grün aussah, zeigen sich Getreideschläge nun in fahlem Gelb. Hat der Januar-Dauerfrost im zweistelligen Minusbereich die Saaten hinweggerafft oder wird es einfach wieder grün? „Jetzt muss man ein bisschen die Nerven behalten“, sagt Landwirt Günter Stiewe aus Raden und hofft, dass das Wetter für den Rest des Winters mitspielt.

Der Kahlfrost und der scharfe Ostwind haben den Getreidepflänzchen zugesetzt. „Es fehlte zu dem Zeitpunkt der Schnee“, erklärt der Landwirt. Der sei zu spät gekommen. Als er wieder weggetaut war, wurden die Folgen in der vergangenen Woche für jeden deutlich. „Von fern sieht es schlimmer aus als es ist“, stellt der Radener fest. Bei genauer Betrachtung einer einzelnen Pflanze habe er noch ein bisschen Grün entdecken können. „Man kann jetzt noch nichts machen“, meint Günter Stiewe und zeigt sich hoffnungsvoll. Sollte der Frost die Kulturen aber doch in Größenordnungen hinweggerafft haben, so dass die Felder umgebrochen werden müssten, könnte es mit Saatgut knapp werden, fügt er hinzu.

Einige Weizensorten seien besonders betroffen, berichtet Peter Brandt. Der Geschäftsführer des Bauernverbandes Güstrow weiß von Landwirten, die schon Proben von ihren Feldern ins Warme geholt haben, um zu schauen, ob noch Leben in den Pflanzen ist. „In der Regel sind die Getreidesorten winterhart“, betont Peter Brandt, je nach Sorte, aber mehr oder doch weniger. Noch könne man nicht sagen in welchem Ausmaß mit Schäden zu rechnen ist. „Kommt jetzt aber nochmal eine Frostperiode ohne schützende Schneedecke, sind Ausfälle garantiert“, schätzt Peter Brandt ein. Dann müsste im Frühjahr umgebrochen werden. Die Landwirte hätten dann die Wahl zwischen Sommergetreide und Mais.

So weit will Thomas Finck noch nicht denken. „Als es noch richtige Winter gab, sah es immer so aus“, erinnert sich der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Kritzkow/Hohen Sprenz und fügt hinzu: „Ich habe das Gefühl, dass noch nichts passiert ist.“ Die Pflanzen seien im Herbst zwar gut gewachsen, „aber nicht überwachsen“, formuliert Thomas Finck und geht davon aus, dass sich Weizen und Gerste erholen werden.

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