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Güstrower Anzeiger

16. Dezember 2017 | 00:22 Uhr

Güstrow : Treff für Menschen, die wenig haben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

„Carisatt“-Laden in der Schweriner Straße besteht seit 1996 / Günstiger Einkauf für Menschen mit geringem Einkommen möglich

svz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Die heiße Bockwurst kostet 60 Cent, für ein frisches Brot muss ein Euro auf den Tisch gelegt werden und eine Tüte Milch wandert für 20 Cent über die Ladentheke: Preise, die im herkömmlichen Supermarkt für große Verwunderung sorgen würden, sind im „Carisatt“-Laden der Caritas in der Schweriner Straße an der Tagesordnung. Sie machen es möglich, dass Menschen, die über ein geringes Einkommen verfügen, für wenig Geld einkaufen können.

„Menschen, die Sozialleistungen wie Hartz IV und Wohngeld beziehen oder nur über wenig Rente verfügen, bekommen gegen Vorlage ihres Bescheides eine Karte und können dann bei uns einkaufen“, sagt Sybille Gis, die den „Carisatt“-Laden seit 2009 leitet. Angewiesen sind die Verantwortlichen dabei größtenteils auf Spenden, die jedoch mit Ausnahme des Handelshofes allesamt nicht aus der Barlachstadt stammen. „Bis vor einiger Zeit sind wir beispielsweise alle 14 Tage nach Hannover gefahren und haben unsere Waren dort abgeholt. Außerdem arbeiten wir mit den „Carisatt“-Läden in Schwerin und Neubrandenburg zusammen und bekommen Lebensmittel von dort. Den Rest müssen wir dann zukaufen, jedoch zu günstigeren Konditionen“, sagt Sybille Gis. Die Ware, die schließlich in den Regalen landet, ist die wie in jedem anderen Supermarkt. Zwar kommt es durchaus vor, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum kurz bevor steht, der Apfel eine braune Stelle hat oder die Milchpackung leicht eingedrückt ist, doch die Ware ist dennoch stets einwandfrei und genießbar. Auch wenn für alle Produkte im Verkauf ein geringer Obolus verlangt wird, arbeiten Sybille Gis und ihre Kollegen lediglich kostendeckend. „Gewinn machen wir keinen“, sagt die 49-Jährige. Das Angebot ist vielfältig, reicht von Fleisch und Jogurt über Tiernahrung und Backwaren bis zu Kleidung. Lediglich Obst und Gemüse sind Mangelware. Alkohol und Tabakwaren finden sich hingegen nicht im Sortiment.

„Die Preise sind günstig, woanders zahle ich das Drei- oder Vierfache“, sagt ein Kunde. „Schön, dass es diese Einrichtung gibt“, ein anderer.

„Viele Kunden kommen wöchentlich, einige sogar täglich zu uns“, sagt Sybille Gis. Dabei hat die 49-Jährige jedoch festgestellt, dass es ihnen keineswegs nur um den kostengünstigen Einkauf geht. „In gewisser Weise erfüllt der Carisatt-Laden auch einen sozialen Auftrag. Die Menschen kommen, um unter Menschen zu sein, treffen sich im Café, das dazu gehört, halten einen Plausch und spielen Karten“, weiß die Güstrowerin zu berichten. Möglich ist dies nur durch viele ehrenamtliche Helfer, die Sybille Gis und ihre auf geringer Stundenbasis beschäftigte Kollegin Olga Friesen täglich unterstützen. „Ohne diese sieben Frauen würde es nicht funktionieren“, so Gis.

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