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Barlachtheater Güstrow : Traumtänze und Oshi-Deutsch

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Juni-Programm des Ernst-Barlach-Theaters Güstrow: Tanzkreationen der Musikschule Güstrow und Stück über „DDR-Kinder“ von Namibia

Gleich mit zwei Höhepunkten lockt das Güstrower Ernst-Barlach-Theater im Juni die Zuschauer an: Zum einen präsentiert die Tanzabteilung der Musikschule Güstrow an drei Tagen hintereinander die Tanzkreationen „Träumereien – Nachts, wenn alles schläft?“ und zum anderen rückt das neue Theaterstück „Oshi-Deutsch“ die Geschichte der „DDR-Kinder“ von Namibia in den Mittelpunkt, die in den 1980er-Jahren im Jagdschloss Bellin eine neue Heimstatt fanden.


Aus Namibia ins Jagdschloss Bellin


Das Theater Osnabrück bringt das Stück „Oshi-Deutsch“ am 6. Juni um 18 Uhr auf die Bühne. Thema sind die so genannten DDR-Kinder von Namibia. Viele dieser „DDR-Kinder“ sind im Freundeskreis Ex-DDR organisiert. Die offizielle Sprache des Vereins ist Oshi-Deutsch, eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Oshivambo. Ab 1979 wurden etwa 400 namibische Kinder während der Unabhängigkeitskämpfe der SWAPO gegen Südafrika aus Namibia in die DDR geschickt, um dort in Sicherheit zu leben. Im Jagdschloss Bellin und in der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt wurden sie im Sinne des real existierenden Sozialismus erzogen, lebten aber weitgehend abgeschottet von der DDR-Bevölkerung. Nach der Wende, als Namibia seine Unabhängigkeit erlangt hatte, wurden die Kinder in eine Heimat zurückgeführt, die nicht mehr die ihre war. Sie besaßen eine doppelte Identität, an der sie nicht selten verzweifelten. Auf der Basis von Interviews mit den inzwischen erwachsenen „DDR-Kindern“ in Namibia und ehemaligen Erziehern in Deutschland setzt sich ein namibisch-deutsches Team in beiden Ländern mit der Frage auseinander, wie Kinder eine Identität in einer fremden Kultur entwickeln, und fragt danach, was Identität im Kern ausmacht.


Wunderbares Land der Fantasien


Die großen und kleinen Tanzeleven des Tanz-Ensembles Güstrow der Kreismusikschule Güstrow entführen das Publikum mit ihrer Tanzkreation „Träumereien“ am 18., 19. und 20. Juni in das wunderbare Land der Fantasien und gestalten zauberhafte Stimmungen zur Musik von Darius Milhaud. Schon jetzt laufen die Proben auf Hochtouren.

Los geht das Juni-Programm am 4. Juni mit einem Gitarrenkonzert von „Friedrich & Wiesenhütter“. Druckvoller Akustiksound und komödiantische „Berliner Schnauze“ begleiten das Konzert. „Friedrich & Wiesenhütter“ sind zwei Alltagspoeten, die ihr Handwerk verstehen und ihren Weg jenseits von allen Trends und Mainstream gehen.

Musikalisch wird es auch am 10. Juni beim 10. Philharmonischen Konzert im Güstrower Theater. Im letzten Konzert der laufenden Spielzeit erklingen unter der musikalischen Leitung von Sebastian Tewinkel Tschaikowski und de Falla Das Publikum darf sich auf die Solisten Julian Steckel (Violoncello) sowie Lena Kutzner (Mezzosopran) freuen.

Das im April wegen Krankheit eines Sängers des Duo „Gracelands“ ausgefallene Konzert mit Liedern von Simon & Garfunkel wird am 25. Juni gemeinsam mit Band und Streichquartett nachgeholt. Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit. Es erwartet die Zuschauer ein Konzert mit Künstlern, die ihren Idolen aus Amerika ausgesprochen nahe kommen und einem Streichquartett, das dieser Musik einen ganz neuen unverwechselbaren Klang verleiht.

Ein Schauspiel mit Puppen für alle ab fünf Jahren steht am Schluss des Juni-Programms. Das Puppentheater Geist führt am 26. Juni das Stück „Lütt Matten und die weiße Muschel“ im Barlachtheater auf. Das Stück ist eine Geschichte über mutige Kinder und liebende Väter, über die Sehnsucht nach Anerkennung und die Macht der Unbeirrbarkeit, erzählt von einem waschechten Seemann mit Kinderwagen und Einkaufsnetz, begleitet von Hans Dampf – dem Pinguin und Retter in der Not.



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