Ernennung : Traumberuf bei 850 Mitbewerbern

Marion Rauchert, Direktorin der Fachhochschule, gratuliert Imke und Ines (v.l.) von Lienen zur Ernennung zu Polizeimeisterinnen. Die Zwillinge hatten während ihrer Ausbildung in Güstrow die Frauen-Fußballmannschaft des GSC 09 verstärkt.
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Marion Rauchert, Direktorin der Fachhochschule, gratuliert Imke und Ines (v.l.) von Lienen zur Ernennung zu Polizeimeisterinnen. Die Zwillinge hatten während ihrer Ausbildung in Güstrow die Frauen-Fußballmannschaft des GSC 09 verstärkt.

31 Absolventen wurden gestern nach zweijähriger Ausbildung an der Fachhochschule zu Polizeimeistern ernannt

svz.de von
10. Juli 2015, 06:00 Uhr

Großer Tag für Polizeianwärter: Nach einer zweijährigen Ausbildung, der Absolvierung von je 17 Klausur- und Modulprüfungen, zahlreicher Praktika und einer mündlichen Prüfung zum Schluss überreichte Innenminister Lorenz Caffier gestern 31 frisch gebackenen Polizisten die Ernennungsurkunden. Die meisten werden als Polizeimeisterin bzw. Polizeimeister ab August die beiden Einsatzhundertschaften der Landespolizei verstärken und dort in der Praxis „das Laufen lernen“, wie Caffier in seiner Festrede formulierte.

Dass der Beruf des Polizisten bei jungen Leuten hoch im Kurs steht, zeigte sich auch bei diesem Jahrgang. Als die 44 Polizeianwärter, darunter acht Frauen, 2013 ihre Ausbildung begannen, hatten sie sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren gegen über 850 weitere Bewerber durchgesetzt. „Für mich hat sich damals ein Traum erfüllt. Ich wollte schon immer gern Polizistin werden, weil das ein abwechslungsreicher und viele Fähigkeiten erfordernder Beruf ist“, erinnerte sich die 20-jährige Julia Berndt. Die Rostockerin hatte die Dankesworte der Absolventen gesprochen und festgestellt: „Das ist kein Beruf wie jeder andere, sondern das ist Berufung.“

Ähnlich sieht es Benjamin Gust, der als einer von zwei Jahrgangsbesten ausgezeichnet wurde. „Der Beruf erfordert körperliche und geistige Fähigkeiten. Und man kann mit und für Menschen arbeiten“, sagte er.

Die beiden schreckten auch nicht vor der Feststellung des Innenministers zurück, dass nicht alle Menschen der Polizei wohl gesonnen seien. „Es ist leider keine Seltenheit, dass Polizisten bei Demonstrationen oder bei Fußballspielen verachtet, beschimpft und oft auch angegriffen werden“, sagte er den Anwärtern. Er nutzte die Gelegenheit, seine Forderung nach einer Verschärfung der Strafgesetzgebung vor allem für tätliche Angriffe zu wiederholen. „Es darf in der Gesellschaft null Toleranz für Gewalt gegen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte geben“, stellte er fest.

In ihrer Begrüßung hatte Marion Rauchert, Direktorin der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege, den jungen Menschen versichert, dass ihnen alle Karrieretüren offen stünden. „Die Landespolizei ist in die Jahre gekommen und wartet auf sie“, verkündete sie den Absolventen. Das hat auch Konsequenzen für die künftige Ausbildung. Nahmen 2013 lediglich zwei Seminargruppen die Ausbildung zum mittleren Dienst auf, so werden im Herbst vier Seminargruppen gebildet. Noch einmal so viele Bewerber beginnen die Ausbildung zum gehobenen Dienst, so dass es in diesem und im nächsten Jahr je 176 Anwärter geben wird. „Ein so großer Kapazitätszuwachs übersteigt unsere Möglichkeiten, so dass uns schon Dozenten und Trainer aus der Landespolizei Unterstützung zugesichert haben“, sagte sie. An der Qualität werde es aber keine Abstiche geben, versicherte die Direktorin, „Denn die Qualität der Ausbildung zeigt sich in erster Linie an der Qualität der Ausgebildeten“, stellte sie fest. Sie bezeichnete die Absolventen als Botschafter, die den guten Ruf der Fachhochschule ins Land tragen werden.

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