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Güstrower Anzeiger

21. September 2017 | 23:28 Uhr

Güstrow : Traum vom alternativen Lernen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Freie Schule Güstrow besteht seit 20 Jahren – heute wird das Erreichte gefeiert und auf die Erfolge zurück geblickt.

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Als Bernd Tolander, Martin Immelmann und Andreas Schröter vor mehr als 20 Jahren ihre etwas andere Idee von Schule in Güstrow etablieren wollte, haben die drei Väter wohl nicht geahnt, wie erfolgreich ihr Konzept einmal sein würde. Die drei waren Mitbegründer und Initiatoren der Freien Schule Güstrow – einer der ersten im Land–, die heute ihren 20 Geburtstag erlebt. „Das war damals eine reine Elterninitiative, die sich für eine Alternativschule in Güstrow eingesetzt hat“, sagt Ines May, heute Geschäftsführerin der Freien Schule und selbst seit Gründung des Vereins 1996 dabei. Rund zwei Jahre hätten die Initiatoren damals intensiv an Vereinssatzung, Schulkonzept und Genehmigung gearbeitet, bis die Grundschule mit Orientierungsstufe im August 1997 eröffnen konnte.

„Mit 24 Schülern hat damals alles angefangen – heute sind es 220“, rechnet Ines May stolz vor. Hinzu kommen noch die inzwischen 48 Kindergartenkinder der hauseigenen Kita Kleckerburg, die im Oktober 1997 dazu kam. Lange Zeit waren Schule und Kita im Waldweg zu finden. „Das war optimal für uns: Wir sind Stück für Stück gewachsen und konnten einen Raum nach dem anderen dazu mieten“, erinnert sich Ines May. 2010 war damit Schluss. „Das Haus wurde einfach zu klein und wir mussten uns nach einer Alternative umschauen“, fügt sie hinzu. Dabei habe sie Bürgermeister Arne Schuldt tatkräftig unterstützt. Nach umfangreicher Sanierung war das Gebäude an der Bistede schließlich perfekt. Schon im Dezember 2010 zogen die Kitakinder hier ein – im Februar 2011 folgten die Schulkinder. „Das war einer unserer Meilensteine“, fasst Ines May zusammen.


Ein Schulleben – viele Meilensteine


Weitere Meilensteine finden sich in der pädagogischen Entwicklung der Schule mit reformpädagogischem Ansatz basierend auf Elementen von Maria Montessori. „Im Schuljahr 2000 bekamen wir die Genehmigung für die Sekundarstufe – also die Klassen 7 bis 10“, sagt Schulleiter Ralf Boldt. Besonders stolz sei er aber über die Erlaubnis für eine Abiturstufe, die nach fünf Jahren des Ringens im vergangenen Jahr erteilt wurde (SVZ berichtete). „Wir hatten schon das Gefühl hingehalten zu werden, obwohl wir alle Voraussetzungen erfüllten“, erinnert sich Boldt, der sich umso mehr freut im neuen Schuljahr zwölf Schüler in der Gymnasialstufe begrüßen zu dürfen. „Es ist unsere Alternative für eine weiterführende Bildung“, sagt Ralf Boldt und Geschäftsführerin Ines May ergänzt: „Es ist unser Traum, dass die Kinder vom Kindergarten bis zum Abitur bei uns bleiben können, hier ihr zweites Zuhause haben.“

Damit das alles möglich ist, wird auch gerade wieder fleißig gebaut. Auf einem Nachbargrundstück soll bis Oktober ein Neubau entstehen. „Dort werde die Kita und die Klassen 1 und 2 einziehen“, erklärt Ines May. Spätestens dann sei im Schulhaus auch ausreichend Platz für die wachsende Abiturstufe. Und obwohl in der Vergangenheit schon so viel gebaut und saniert wurde, bleibt ein Wunsch noch offen. „Wir träumen von einer richtig großen Aula, in der alle Kinder Platz finden – zu Spenden sagen wir da nicht Nein“, sagt Ines May mit einem Lächeln auf den Lippen.

Heute wird ab 14 Uhr erst einmal gefeiert. Viele ehemalige Schüler, Lehrkräfte und Wegbegleiter sind zu diesem bunten Fest eingeladen, dass in den Abendstunden mit Musik der Güstrower Band Nitebrain und einer Disko ausklingen wird.

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