Goldewin unter Schock : Trauer um ertrunkene Unfallopfer

Trauerstelle am Unfallort
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Trauerstelle am Unfallort

Zwei Männer verunglücken auf der L142 tödlich. Freunde und Bekannte errichten eine Trauerstelle.

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10. Dezember 2017, 11:00 Uhr

Nach dem schweren Unfall mit zwei Toten am Freitagabend in Goldewin (SVZ berichtete) steht die Gemeinde noch immer unter Schock. „Der Unfallort sieht schlimm aus“, sagte Mistorfs Bürgermeister Hans-Georg Hinrichs auf SVZ-Nachfrage. „Zäune und Hecken sind abrasiert. Die müssen mit dem Wagen fast geflogen sein.“ Er selbst befand sich zum Unfallzeitpunkt auf einer Weihnachtsfeier in Goldewin. „Nachdem der Unfall bekannt wurde, waren alle sehr verstört. Die Feier hatte natürlich ein abruptes Ende“, schildert der Bürgermeister.

Freunde der beiden tödlich Verletzten richteten am Wochenende eine Trauerstelle am Unglücksort ein. So legten sie zahlreiche Kerzen und Blumen nieder, daneben ein Foto eines der Verstorbenen. Am Samstag und Sonntag suchten zudem viele Bekannte und Freunde die Unfallstelle auf und trauerten.

Nach bisherigen Erkenntnissen kam ein 30-jähriger Autofahrer am Freitag gegen 18.30 Uhr auf der L142 kurz hinter dem Ortseingang von Goldewin von Mistorf kommend in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn ab. Anschließend touchierte er seitlich einen Straßenbaum und überschlug sich. Schließlich stürzte das Auto kopfüber in den angrenzenden Dorfteich. Neben dem Fahrer befand sich auch der 29-jährige Halter in dem Fahrzeug. Beide Männer konnten sich aus bislang unbekannten Gründen nicht mehr selbstständig aus dem Autowrack befreien und ertranken. Laut Polizeiinformationen stammen die beiden Männer aus der unmittelbaren Umgebung. 24 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Lüssow und Karow waren am Freitagabend im Einsatz, um die Toten und den Wagen zu bergen.

Eine Obduktion und ein Dekra-Gutachten sollen die Ursachen klären. „Der Fall gibt uns immer noch Rätsel auf“, sagte ein Polizeisprecher gestern in Rostock. Es war bereits der zweite Unfall, bei dem ein Auto in dem etwa fußballfeldgroßen Teich landete. Anfang 2017 hatten sich zwei Insassen eines anderen Autos, das in das Angelgewässer gefahren war, gerade noch retten können, wie Anwohner berichteten.  Auch Bürgermeister Hinrichs kann sich an mehrere Unfälle an gleicher Stelle erinnern.  „Aber keiner war bisher so schlimm“, sagt er. Dennoch sei die Unfallstelle nicht unübersichtlich. „Wenn man 50 km/h fährt, kann eigentlich nichts passieren“, sagt er.

Die Güstrower Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Blutproben von den Verunglückten seien genommen worden, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es sei aber nicht klar, ob Alkohol oder Drogen im Spiel waren. Wann eine rechtsmedizinische Untersuchung erfolgt, kann jetzt noch nicht gesagt werden.

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