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Arbeitsplätze gesichert : Traditionsunternehmen gerettet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Investor für Maschinen- und Antriebstechnik Maschinenbau GmbH Güstrow gefunden / 88 Arbeitsplätze bleiben am Standort Güstrow

von
erstellt am 18.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Das Kämpfen hat sich gelohnt: Die Maschinen- und Antriebstechnik Maschinenbau GmbH (MA), Nachfolgebetrieb des Landmaschinenbaus und damit ein Güstrower Traditionsunternehmen, ist gerettet. 88 Arbeitsplätze konnten in Güstrow gesichert werden. Nach mehr als zwei Jahren Insolvenz (SVZ berichtete) wurde jetzt mit der Gießerei Köster aus Heide in Schleswig-Holstein ein Investor gefunden.

Ihren Namen büßt die MA allerdings ein. Köster gründete eine komplett neue Firma – die Präzisionstechnik Güstrow GmbH (PTG). Diese hat die gesamte Betriebsausstattung der MA, alle Mitarbeiter sowie Kundenaufträge vom Insolvenzverwalter übernommen. Der ehemalige MA-Geschäftsführer Andreas Kuntosch, jetzt PTG-Geschäftsführer, ist voller Hoffnung: „Seit Jahren geisterte in den Köpfen unserer Mitarbeiter die drohende Schließung herum. Jetzt haben wir wieder eine sichere Perspektive. Wir wollen wieder blühen.“


Einzelteile aus Güstrow in aller Welt


Kuntosch ist zudem stolz, dass der auf Zerspanung spezialisierte Industriebetrieb es geschafft hat, die lange Durststrecke mit allen Mitarbeitern zu überstehen. „Wir wollten keinen unserer Mitarbeiter zurücklassen. Das haben andere Unternehmen in MV nicht geschafft“, sagt er. Die PTG macht die gleiche Arbeit wie die MA. Einzelteile aus Güstrow kommen weltweit in Bohrtürmen, Windkraftanlagen, Pumpen und in der Anlagentechnik zum Einsatz.

Kuntosch ist vor allem der Köster GmbH, jetzt alleiniger Gesellschafter der Neugründung PTG, dankbar. „Ohne sie hätten wir die schwierige Phase der Insolvenz nicht überstanden“, sagt er. Köster war bereits seit 20 Jahren Geschäftspartner des Güstrower Unternehmens. Während der Insolvenz zog Köster seine Aufträge nicht zurück, sondern erhöhte sie sogar noch. Seit November 2013 sorgten die Schleswig-Holsteiner für einen ausreichenden Auftragseingang und unterstützten im Vertrieb, um neue Kunden zu gewinnen. „Durch die bessere Auslastung seit dem zweiten Quartal 2014 war die Voraussetzung geschaffen, um mit dem bestehenden Personal und dem vorhandenen Maschinenpark wieder näher an ausgeglichene Ergebnisse zu kommen“, so Kuntosch. Die gegenseitige Ergänzung beider Unternehmen bestimme für die nächsten Jahre den strategischen Ansatz: die Verbindung zwischen Gießereitechnologie und der Dienstleistung auf dem Gebiet der Zerspanung in Güstrow. „In den vergangenen Monaten wurden vor allem im Bereich der Windenergie erhebliche Auftragsvolumen dazu gewonnen. Zurzeit bestehen zudem Rahmenvereinbarungen für Lieferungen von Produkten bis in das Jahr 2015 – ein sehr günstiger Umstand“, sagt der Geschäftsführer.

Das Unternehmen sucht jetzt sogar neue Mitarbeiter und möchte in der Region das Vertrauen als sicherer Arbeitgeber zurück gewinnen. „Aufgrund der Insolvenz haben viele Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und es war schwierig, qualifiziertes Personal zu bekommen, um den geplanten Veränderungsprozess vollumfänglich umsetzen zu können“, sagt Kuntosch. „Nach der überstandenen Insolvenz bilden wir auch wieder aus“, ergänzt er.


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