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Güstrower Anzeiger

14. Dezember 2017 | 05:30 Uhr

Karneval : Tradition und Innovation zum 60.

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Umzug und Maskenball als Höhepunkt der 60-Jahrfeier des Krakower Karnevalsclubs / Stadtpolitik aufs Korn genommen

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Tradition und Innovation liegen nahe beieinander, wenn Krakows Faschingsfans feiern. Den 60. Geburtstag närrischen Treibens im Luftkurort gestalteten sie ganz in diesem Sinne. Traditionell wird das letzte Wochenende der fünften Jahreszeit nach dem vormittäglichen Kinderfasching mit einem großen Umzug durch die Stadt eingeläutet. Auch an diesem Sonnabend schien es, als wäre ganz Krakow auf den Beinen gewesen.

Vorneweg hinter dem Elferrat rattert standesgemäß die von Siegfried Finck und Carolin Steppath gelenkte Kutsche mit Prinzen- und dem Kinderprinzenpaar. Doch halt! Die Feuerwehrkapelle fehlte diesmal an der Spitze des Zuges. „Weil sie fußlahm geworden ist“, erklärte später Jens Deitemeyer als Vorsitzender des Krakower Karnevalclubs (KKC) auf präsidial charmante Weise, dass halt alles in die Jahre kommt. Der Stimmung tat’s keinen Abbruch, dafür sorgte die Schalmeienkapelle aus Malchin mit deftig-stimmungsvollen Klängen. Während die aktiven Blauröcke auf dem Markt für Speis und Trank sorgten, versprachen die Feuerwehrmusiker, sich dafür bei der Ü-50-Party am Sonntag ins Zeug zu legen.

Nächste Überraschung auf den Rathaustreppen: Nicht Prinz Steffen führte das große Wort, sondern dessen Gemahlin Sandra! Nach 60 Jahren Karneval in Krakow am See emanzipierte sich die Prinzessin wortgewaltig. Das erklärte wohl, weshalb das Schumacher-Paar sich zum zweiten Mal hat krönen lassen: einmal zum Üben?

Zu Krakower Traditionen gehört auch, dass sich die Faschingsfete auf dem Markt zu jeder Viertelstunde von Glockenschlägen schmeicheln lässt. Nicht dieses Mal, war doch die Justierung der Kirchturmuhr noch nicht ganz erfolgreich: Zehn Minuten hinkte der große Zeiger hinterher und – das Schlagwerk schlägt einfach nicht! Gut, dass der KKC das Bimmeln konservieren und so Parodien auf die Stadtpolitik vom Band einläuten konnte.

Auf andere nervige Ereignisse des verflossenen Jahres gingen neben dem (dies traditionell) Elferratspräsidenten diesmal ein (und das war auch neu) Bürgermeister-Duo ein: Wolfgang Geistert und seine zweite Stellvertreterin, Renate Lorenz, nahmen dabei durchaus auch sich selbst auf die Schippe, unterbrochen von immer wiederkehrendem Helau! der Abfeiernden aus allen Winkeln. Da war von einer schröpfenden Kurtaxe die Rede, von der Glocke natürlich, von Stadtverrätern und wie sie mediatiert werden sollten, von einem nicht so ganz geglückten Turmjubiläumsfest, von Dampfern, die nicht fahren… Und auch, dies bitterernst, von einer Schule, deren Verlust eine Schande wäre. Dagegen legte Jens Deitemeyer den Krakowern gleich das sicherste Rezept nahe: „Mehret Euch!“ Ob die Worte des Präsidenten nach dem abendlichen Maskenball – dem einzigen im Land nach traditioneller Art – sich schon machtvoll entfalteten, blieb für den Berichterstatter allerdings im Verborgenen.

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