Tierquälerei : Tote Katzen von Mistorf: Es war Rattengift!

Die Mistorfer Katzen wurden – wie schon bei einer ersten tierärztliche Untersuchung im Februar vermutet – tatsächlich vergiftet.  Fotos: Archiv privat
Foto:
Die Mistorfer Katzen wurden – wie schon bei einerersten tierärztliche Untersuchung im Februar vermutet – tatsächlich vergiftet.

Schlimmer Verdacht bestätigt: Das Ergebnis der pathologischen Untersuchung liegt vor – die Mistorfer Katzen wurden vergiftet. Bislang konnte kein Tatverdächtiger ermittelt werden.

von
02. Mai 2017, 21:00 Uhr

Der plötzliche Tod von fünf wilden, frei lebenden Katzen in Mistorf hatte Anfang Februar in der Gemeinde für viel Verunsicherung gesorgt (SVZ berichtete). Aufgefallen war diese Häufung, weil Mitglieder des Güstrower Tierschutzvereins sich der dort lebenden wilden Tiere angenommen hatten. Insgesamt acht Katzen wurden durch die Ehrenamtler kastriert.

Als zunächst drei der Tiere auf Pflegestellen des Vereins unerwartet verstarben, wurden die Tierschützer misstrauisch. Der Tierarzt, der die Tiere kastriert hatte, führte eine Obduktion durch und entdeckte Blut im Bauchraum des untersuchten Tieres. „Das weist auf eine Vergiftung hin – mit Rattengift“, formulierte Tierschützerin Jasmin Pophal damals den schlimmen Verdacht. Kurz darauf fanden Anwohner zwei weitere Katzenkadaver in Mistorf. Das inzwischen eingeschaltete Veterinäramt des Landkreises holte die Kadaver am 21. Februar ab und überstellte sie für eine pathologische Untersuchung nach Rostock.

Toxikologische Untersuchungen und deren Bewertung sind zeitintensiv, doch nun liegen die Ergebnisse vor. „Im Zusammenhang aller vorliegenden Befunddaten ergeben sich deutliche Hinweise auf das Vorliegen einer Rodentizidvergiftung, also einer Vergiftung mit Rattengift“, fasst Landkreissprecher Michael Fengler zusammen. Die Tiere seinen sowohl äußerlich als auch innerlich untersucht worden. Dabei seien neben einem hochgradigen Endoparasitenbefall jeweils auch eine Blutansammlung im Bauchraum festgestellt worden – ein wesentliches Indiz für die Vergiftung mit Rattengift, zitiert Fengler aus dem pathologischen Untersuchungsbericht. „In der Leber der Tiere wurden erhöhte Werte für ein Cumarin-Derivat festgestellt“, sagt der Landkreissprecher weiter. Cumarin-Derivate sind blutgerinnungshemmend. In entsprechend hoher Dosierung führen sie – wie in den vorliegenden Fällen – zu tödlichen inneren Blutungen. Ein qualvoller Tod.

„Das Veterinäramt stellt die Ergebnisse für weitere Ermittlungen der Polizei zur Verfügung“, sagt Michael Fengler. „Unabhängig vom Ergebnis der Untersuchungen des Veterinäramtes wurde bereits seit 20. Februar ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vergiftung von Katzen in Mistorf beim Kriminalkommissariat Güstrow geführt“, informiert Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow, auf SVZ-Nachfrage. Bislang konnte hierzu kein Tatverdächtiger ermittelt werden.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen