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Stutenparaden Ganschow : Top: 16 Gespanne auf dem Parcours

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Am Sonnabend ging die 21. Ganschower Stutenparade zu Ende. An allen drei Tagen verzeichneten die Veranstalter volles Haus. Die Schweriner Volkszeitung war Medienpartner.

Schimmel, Braune, Rappen und Füchse gemischt in 16 Gespannen: Das war während der 21. Stutenparade des Gestüts Ganschow, die Sonnabend zu Ende ging, eines der acht neuen Bilder in dem Programm mit 20 Kapiteln. Gestütschef Friedhelm Mencke kündigte die Schar als die größte deutsche Zweispännerquadrille an. Monatelang wurde dafür trainiert.



Beifall auf offener Szene bei den Schaubildern




Der neue Showteil war am ersten Paradetag mit Judith Rakers, Tagesschau-Sprecherin, auch prominent besetzt. Nach ihrem Auftritt fand sie nur lobende Worte, was die Gestütscrew um Friedhelm und Marlene Mencke mit den Paraden auf die Beine stellt. Wie auch die meisten Besucher. Sie lohnten den Fahrerinnen, Fahrern und Pferden ihre Leistung mit Beifall auf offener Szene, wenn sie, wie Mencke schildert, „fließend und harmonisch“ mit den Gespannen im atemberaubenden Tempo eine Formation nach der anderen kreierten. Allein dieses Bild steht als Beispiel, wie das Konzept der Stutenparade, bei der auch in diesem Jahr die Schweriner Volkszeitung Medienpartner war, funktioniert. Mencke: „Der Mix ist es. Es gibt Neues, aber auch Bekanntes. Die Parade muss interessant, abwechslungsreich und kurzweilig sein und unsere sportlichen und züchterischen Ambitionen widerspiegeln.“

Neu waren in diesem Jahr die „Spanische Feria (Kirmes)“ , die Parade des alten Mecklenburger Pferdes, die Attacken der Kriegsfrauen in der Amazonenshow, der Pferde-Tanz zu Fünft, das „Barrel Race“, eine der beliebtesten Westernreitdisziplinen, und das „Spektakel des Jahrhunderts“ mit dem kleinen Hengst „Aragon“. Zu Altbekanntem gehörte das „Grenzenlose Vertrauen“, bei dem dieses Mal aus einem Sattelauflieger zwei Pferde mit Reitern und eine vierspännige Kutsche kamen, und das Verlosen von drei Fohlen.



Rekordzeit beim Kampf der Zweispänner




Zu den spannendsten Momenten zählte wieder der Kampf der Zweispänner. Die Gewinner, Matthias und Ulli Engelhardt aus Siggelkow, benötigten 1:05 Minuten für den Sieg. Kommentar Mencke: „Solche Zeit habe ich in den 21 Jahren noch nicht gestoppt.“

Ganz wichtig sei es bei allen Bildern, keine Routine aufkommen zu lassen, so Mencke. Außerdem gelte es, vor jeder Parade genauso aufgeregt zu sein wie bei der ersten, hat er seinen Mitarbeitern und Helfern eingeimpft. Menckes große Stärke ist aber auch, dass er mit seinem Gestüt, das er seit 1995 privat durch alle Tiefen geführt hat, geerdet geblieben ist. „Ich weiß, dass wir kein Nobel-Gestüt sind. Wir schwören auf unseren ländlichen Charakter und die familiäre Atmosphäre“, betont er. Kein Geheimnis macht Mencke daraus, dass die Stutenparade ein wirtschaftlicher Faktor ist und ihm im Überlebenskampf in der hart umkämpften Branche hilft. „Ich stopfe damit Löcher. Ohne Parade wäre alles schwieriger“, erklärt er. Umso mehr war es für das Gestüt wichtig, dass sich die 19 Mitarbeiter, die von über 140 ehrenamtlichen Helfern und Freunden unterstützt wurden, an jedem der drei Tage über ein volles Haus freuen durften.



Parade wichtig im Überlebenskampf




Positiv resümierte Mencke bei einer keineswegs rosigen Personaldecke, dass viele junge Leute unter den Aktiven und Helfern waren. Eine von ihnen ist Ina Rothers. Die 20-Jährige hat in Ganschow Pferdewirtin gelernt, vorzeitig mit „Sehr gut“ abgeschlossen. Sie hatte den „Großen Mehrspänner“ unter den Leinen, schaffte das bravourös, hauchte dem Gespann Kraft, Schönheit und Eleganz ein.

Um so etwas wieder erleben zu können, wird es 2018 die 22. Stutenparade geben. Da wundert es einen nicht, dass Mencke Sonnabend kurz nach dem alljährlichen Abschlussbild – der freilaufenden Trakehner Stutenherde – verschmitzt lächelnd sagte: „Die ersten neuen Bilder habe ich schon im Kopf.“


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