Serie Landwege : Töpfer pflegen in Lenzen Tradition

Gerade ist es fertig geworden und an einigen Stellen schon vergriffen: Gudrun Schützler mit ihrem Buch.
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Gerade ist es fertig geworden und an einigen Stellen schon vergriffen: Gudrun Schützler mit ihrem Buch.

Entdeckungen auf alten Landwegen / SVZ-Serie nach dem gleichnamigen Buch / Teil 8: Von Tieplitz nach Groß bzw. Klein Upahl

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20. November 2014, 21:30 Uhr

„Landwege sind Orte der Vielfalt.“ Das sagt die Qualitzerin Gudrun Schützler. Sie hat im Auftrag des Fördervereins Naturpark Sternberger Seenland und des Naturparks Sternberger Seenland das Buch „Entdeckungen auf alten Landwegen im Naturpark Sternberger Seenland“ herausgebracht.

Die Bützower Zeitung hat mit freundlicher Genehmigung der Autorin in dem Buch geblättert und möchte Sie, liebe Leser, vielleicht dazu anregen, schöne Herbsttage zu nutzen und vielleicht den einen oder anderen Weg zu erleben.

Heute: Landweg Tieplitz-Lenzen-Dröger Kraug-Lähnwitzer See-Groß Upahl bzw. Klein Upahl - je 10,4 Kilometer


Seeadler hat hier seit 100 Jahren sein Revier


Die Gutsanlage von Tieplitz blieb als Ensemble erhalten. 1794 kaufte das Fürstenhaus von Schaumburg-Lippe in Bückeburg das Gut Tieplitz und besaß dieses bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit 1993 baut der Landwirtschaftsbetrieb „Mecklenburger Frische“ Erdbeeren, Spargel, Getreide Raps und Zuckerrüben an.

Auf einer Kastanien-Stieleichen-Allee geht es in westliche Richtung aus dem Ort hinaus. Es folgen leicht hügelige Ackerlandschaft, ein Rotbuchenwald und Weideflächen. Der Landweg bildet hier die Grenze zum Naturschutzgebiet Upahler und Lenzener See. Der Wald besteht überwiegend aus Rotbuchen. Einige haben ein Alter von rund 180 Jahren erreicht. Ein Seeadlerhorst wird im Schutzgebiet seit 1920 ständig genutzt und gehört zu den ältesten von Deutschland.

Zum abgelegenen Töpferdorf Lenzen kommt man nur über eine Asphaltstraße. Es liegt reizvoll zwischen grünen Hügel eingebettet. Im ehemaligen Gutspächterhaus lebt und arbeitet ein Töpfer. Er fertigt lehmglasiertes Braungeschirr und Tonwaren im Bunzlauer Stil. Der Brennofen und die Galerie befinden sich im Garten. In der Nachbarschaft hat sich eine Töpferfamilie eine große Scheune als Wohnung und Werkstatt ausgebaut. Dort entstehen gedrehte Porzellane und Steinzeug.


Der bescheidene Steintanz


Das nächste Ziel ist der Steinkreis „Lenzener Steintanz“. Über einen offenen Landweg gelangen wir in einen Rotbuchenwald. Im Vergleich zur Anlage bei Boitin wirkt der Lenzener Steinkreis bescheidener. Er besteht aus neun Steinen, die in einem länglichen Kreis aufgestellt sind. Vermutlich dienten die Steine in der vorrömischen Eisenzeit und der römischen Kaiserzeit zur Markierung von Urnengräbern.

Über die historischen Landwegekreuzung „Dröger Kraug“ geht es weiter nach Lähnwitz. Ein historischem Wegweiser stellt den Wanderer vor die Wahl, entweder nach Groß Upahl oder nach Klein Upahl zu laufen.

In Groß Upahl, 1263 erstmals urkundlich erwähnt, gründeten die deutschen Siedler ihr Dorf gegenüber der slawischen Siedlung Klein Upahl. Am höchsten Punkt der Ortslage erhebt sich die sehenswerte Feldsteinkirche aus dem 13.Jahrhundert. Bemerkenswert ist die restaurierte Orgel, die um 1700 erbaut wurde. Gegenüber der Kirche steht das ehemalige Pfarrhaus.

Auf dem Weg nach Klein Upahl eröffnen sich weite Ausblicke über den Groß Upahler See. Rechts erhebt sich der Jasenberg (94 Meter) mit einem hölzernen Aussichtsturm. Als Klein Upahl 1263 in den Besitz des Klosters Dobbertin gelangte, wird er mit „Wendischen Opahl“ bezeichnet. Nach der völligen Zerstörung im 30-jährigen Krieg errichteten die Überlebenden neue Bauernstellen. Diese gelangten nach dem Legen der Bauernstellen wieder in Dobbertiner Klosterbesitz.

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