Baumsterben : Todesspritze für Wardower Linden?

Drei Linden in Wardow wurde eine schädliche Flüssigkeit gespritzt. Schon vor der Zeit haben die Bäume einen Teil des Laubes abgeworfen. Fotos: REgina Mai
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Drei Linden in Wardow wurde eine schädliche Flüssigkeit gespritzt. Schon vor der Zeit haben die Bäume einen Teil des Laubes abgeworfen.

Baummörder geht um: Unbekannter spritzt Linden in Wardow schädliche Flüssigkeit. Die Folge: Bäume verlieren ihr Laub. Gemeinde stellt Strafanzeige.

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28. September 2015, 21:00 Uhr

Unverständnis in Wardow. Wer macht so etwas? Drei Bäumen an der Dorfstraße wurde vermutlich eine Flüssigkeit gespritzt. Die Folge: Äste im Kronenbereich sind entlaubt. Die mittlere der drei Linden trägt fast keine Blätter mehr. Die Gemeinde hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. „Wir haben den Schaden“, erklärt Bürgermeister Günter Schink. Auch der Landkreis nimmt die Sache sehr ernst. „Solche Handlung ist nicht hinnehmbar. Es ist eine Ordnungswidrigkeit, die durch die Untere Naturschutzbehörde konsequent verfolgt wird“, erklärt Kreissprecher Kay-Uwe Neumann auf Nachfrage.

Pikant dabei: Die Gemeinde hatte einen Antrag auf Abnahme der drei Linden gestellt. „Sie stehen auf dem Gehweg“, erklärt Schink. Als dieser vor vielen Jahren erneuert wurde, hatte man ihn um die Bäume, die stehen bleiben mussten, herum gebaut. Doch das Wurzelwerk der drei Recken sorge dafür, dass Gehweg und Straße sich anheben. Damit begründet die Gemeinde ihren Antrag auf Baumabnahme. „Von den Schäden ahnten wir zu dem Zeitpunkt noch nichts“, berichtet Schink. Dann die Überraschung, als Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde die Linden vor Ort inspizierten, bevor zum Antrag entschieden werden sollte. Das geschulte Auge sah sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Mehrere kleine Löcher in der Rinde legen die Vermutung nahe, dass hier eine schädliche Flüssigkeit injiziert wurde.

Wardow ist nicht der erste Fall im Landkreis. Seit 2010 musste die Untere Naturschutzbehörde schon vier ähnlich gelagerte Fälle registrieren, alle im urbanen Bereich. „Neben den Linden in Wardow handelt es sich um drei Einzelbäume und eine Gruppe mit fünf Birken“, berichtet der Kreissprecher. Die injizierten Flüssigkeiten seien nicht bekannt, lediglich in einem Fall könnte es sich um Salzsäure gehandelt haben, so Neumann. Die Auswirkungen auf die Bäume: In der Regel würden sich relativ schnell einzelne Partien im Kronenbereich oder die gesamte Krone verfärben. Dies geschehe in zwei bis vier Wochen nach der Injektion, erklärt der Kreissprecher. Denkbar ist, dass sich betroffenen Bäume im Folgejahr regenerieren. Das sei abzuwarten. Die drei Einzelbämen stehen heute nicht mehr. Aus der Birkengruppe haben zwei Bäume den Angriff überlebt.

Derzeitiges Ende vom Lied in Wardow: Der Fällungsantrag der Gemeinde ist nicht genehmigt worden. Die Linden stehen nun erst einmal unter besonderer Beobachtung durch die Naturschutzbehörde. 

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