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Güstrower Anzeiger

21. November 2017 | 05:34 Uhr

Katzenelend in Mistorf : Todesfalle Rattengift

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der plötzliche Tod dreier frei lebender Katzen aus Mistorf schürt einen schlimmen Verdacht – eine Obduktion bestätigt die Vergiftung der Tiere.

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Die Mitglieder des Güstrower Tierschutzvereins stehen unter Schock. Drei Kätzchen, die sich gerade von einer Operation in der Obhut des Vereins erholen sollten, sind tot. Plötzlich. Unerwartet. Die Katzen stammen aus Mistorf. Hier hatte sich ein Anwohner bis vor Kurzem um die frei lebenden Katzen gekümmert. Dieser sei inzwischen weggezogen und habe die insgesamt acht Katzen sich selbst überlassen. „Anwohner aus Mistorf haben uns um Hilfe gebeten. Sie versorgen die Katzen seither“, erklärt Jasmin Pophal vom Tierschutzverein.

In Rücksprache mit den Tierfreunden habe sich der Verein bereit erklärt die Kastration der acht weiblichen Tiere zu übernehmen. Das gehört zu den Aufgaben des Vereins. Um einer Welpenflut im Frühjahr vorzubeugen, werden regelmäßig wilde, frei lebende Katzen von dem Verein kastriert. In der vergangenen Woche kamen so auch die Mistorfer Katzen unters Messer. „Nach der Kastration haben wir die Katzen noch auf Pflegestellen behalten“, erzählt Jasmin Pophal. Bei weiblichen Tieren sei der Eingriff größer, als bei ihren männlichen Artgenossen. „Sie benötigen daher eine längere Ruhephase“, ergänzt Pophal.

Schrecklicher Fund: Dieser Schützling ist an einer Vergiftung verendet.
Schrecklicher Fund: Dieser Schützling ist an einer Vergiftung verendet. Foto: privat Foto: privat
 

Noch am selben Abend habe eine ehrenamtliche Tierschützerin den Tod ihres Schützlings bemerkt. Am darauf folgenden Morgen waren zwei weitere Tiere verendet. „Das war sehr unerwartet, denn Kastrationen führen eigentlich nicht zum Tod“, macht Jasmin Popahl deutlich. Eine Obduktion beim Tierarzt erhärtete den Verdacht. Es habe sich Blut im Brustkorb des untersuchten Tieres befunden. „Das weist auf eine Vergiftung hin – mit Rattengift“, spricht Jasmin Pophal die Todesursache aus. Rattengift enthält Gerinnungshemmer, die das Blut flüssig machen. Haustiere, die Rattengift aufnehmen und unbehandelt bleiben, verbluten innerlich.

Bei der Obduktion  eines der Tiere wurde Blut in der Brusthöhle entdeckt, das auf eine Vergiftung hindeutet.
Schrecklicher Fund: Dieser Schützling ist an einer Vergiftung verendet. Foto:privat Foto: privat

Das bestätigt auch Michael Fengler, Pressereferent des Landkreises. „Hat das Tier erst einmal das Gift aufgenommen, ist es meist zu spät“, informiert er. Erste Vergiftungssymptome treten erst zwei bis vier Tage spätere auf. Auffälligstes Symptom sei das Bluten aus Körperöffnungen. Es könne eine Therapie versucht werden, die Prognose sei allerdings ungünstig. Weil Rattengift derart gefährlich ist, dürfen „Privatpersonen nur ganz bestimmte Köder aus dem Fachhandel und diese ausschließlich im Inneren von Gebäuden und im unmittelbar angrenzendem Bereich und in Köderstationen verwenden“, erklärt Michael Fengler. Beim professionellen Einsatz von Rattengift müssen zudem Warnhinweise angebracht werden.

„Katzen fressen nicht einfach so Gift. Wir haben den Verdacht, dass jemand in Mistorf Futter mit Rattengift auslegt“, mutmaßt Jasmin Pophal. Der Tod der drei Freigänger sei kein Einzelfall. Anwohner hätten auf Nachfrage des Vereins ähnliche Fälle beschrieben. „Sie haben von toten Katzen berichtet, die aus dem Maul bluteten“, beschreibt Jasmin Pophal die Beobachtungen in Mistorf.

„Bei uns sitzt der Schock tief“, macht die Tierschützerin die Betroffenheit der Vereinsmitglieder deutlich. „Wir bitten alle Anwohner mit Vierbeinern vorsichtig zu sein. Wenn ihnen bekannt ist, wer Rattengift zum Einsatz bringt, sollten sie das unbedingt melden“, appelliert Jasmin Pophal, die hofft, dass keine weiteren Tiere zu Schaden kommen.

 

 

 

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