Laage : Tierschutz in luftiger Höhe

Pilot Peter Cipra (l.) und Burkhard Schuldt vom Institut für Angewandte Ökosystemforschung arbeiten Hand in Hand.
Pilot Peter Cipra (l.) und Burkhard Schuldt vom Institut für Angewandte Ökosystemforschung arbeiten Hand in Hand.

Fachleute präsentieren in Laage neueste Technik zur Kontrolle von Populationen in Gebieten von Offshore-Windparkanlagen

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08. März 2014, 06:00 Uhr

Vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns sind aktuell 27 Windparkprojekte geplant. Für die Genehmigung dieser Anlagen ist die digitale Erfassung der Rastvögel und Meeressäugetiere künftig ein wichtiger Bestandteil. Dafür hat eine Expertengruppe das digitale Bildflugsystem „Daisi“ entwickelt. Gestern stellten die Mitglieder – Fachleute des Instituts für Angewandte Ökosystemforschung (IfAÖ) aus Neu Broderstorf und der Wismarer Unternehmensgruppe Krebs – Ergebnisse der Testphase auf dem Flughafen in Laage vor.

„Bislang sind wir in 76 Metern Höhe über die Flächen geflogen. Dort haben drei Ornithologen die Populationen durch so genannte Bubble-Windows – nach außen gestülpte Fenster – gezählt“, erklärt Burkhard Schuldt, Prokurist des IfAÖ. Aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen muss jeder Windpark mehrmals jährlich aus der Luft kontrolliert werden. „Dabei müssen wir jedoch sehr hoch fliegen, damit das Flugzeug nicht mit den Rotorblättern kollidiert. Die Ornithologen sehen dann zu wenig. Daher haben wir unser Flugzeug digital umgerüstet. So ist eine Flughöhe von 425 Metern möglich“, sagt Schuldt. Zwei Kameras mit 80 Megapixeln liefern gestochen scharfe Bilder.

Konrad Schleicher ist einer der Männer hinter diesen Kameras. Der Operator, der in Greifswald Landschaftsökologie und Naturschutz studiert hat, nimmt während des Fluges Korrekturen an den Kameraeinstellungen vor und sorgt für auswertbare Aufnahmen. „Ich bin schon einige Male mit der Maschine geflogen – fünf Stunden dauerte mein längster Einsatz“, sagt Schleicher.

Am Ende liefert das Team bis zu 6000 Bilder, die als Grundlage für die Genehmigungen der Offshore-Windparks dienen. „Stellt sich heraus, dass zu viele Vögel und Säugetiere in dem Gebiet leben, kann das im Ernstfall auch zum Rückbau der Anlagen führen“, sagt Alexander Weidauer, Technischer Projektleiter des IfAÖ.

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