Bildflugsystem „Daisi“ : Tierschutz in luftiger Höhe

Arbeiten Hand in Hand: Pilot Peter Cipra und Burkhard Schuldt vom Institut für Angewandte Ökosystemforschung besprechen die Details für die Flüge mit der zweimotorigen Partenavia P68c. Fotos: Caroline Weissert
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Arbeiten Hand in Hand: Pilot Peter Cipra und Burkhard Schuldt vom Institut für Angewandte Ökosystemforschung besprechen die Details für die Flüge mit der zweimotorigen Partenavia P68c. Fotos: Caroline Weissert

Für die Genehmigung von Offshore-Windkraftanlagen ist die digitale Erfassung der Rastvögel und Meeressäugetiere ein wichtiger Bestandteil. Dafür wurde gestern auf dem Flughafen Laage eine neue Technik vorgestellt.

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08. März 2014, 07:15 Uhr

Wie dem Netzwerk der Windenergie-Branche „Windenergy-Network“ zu entnehmen ist, sind vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns aktuell 27 Windparkprojekte geplant. Die Einrichtung von Offshore-Windkraftanlagen ist immer wieder ein viel diskutiertes Thema. Insbesondere die Eingriffe in die marine Tierwelt stehen dabei im Fokus der Diskussionen.

Für die Genehmigung dieser Anlagen ist die digitale Erfassung der Rastvögel und Meeressäugetiere künftig ein wichtiger Bestandteil. Beim gestrigen Ortstermin auf dem Vorfeld des Flughafens Laage präsentierten Fachleute des Instituts für Angewandte Ökosystemforschung (IfAÖ) aus Neu Broderstorf gemeinsam mit ihren Partnern von der Wismarer Krebs Unternehmensgruppe, die Ergebnisse ihrer Testphase mit dem Digitalen Bildflugsystem „Daisi“ zur Erfassung der Tierwelt.


Gestochen scharfe Bilder aus 425 Metern


„Bislang sind wir in 76 Metern Höhe über die Flächen geflogen. Dort haben drei Ornithologen die Populationen durch so genannte Bubble-Windows – nach außen gestülpte Fenster – gezählt“, erklärt Burkhard Schuldt, Prokurist des IfAÖ. Aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen, muss jeder Windpark mehrmals jährlich aus der Luft kontrolliert werden. „Dann müssen wir jedoch höher fliegen, damit das Flugzeug nicht mit den Rotorblättern kollidiert. Die Ornithologen sehen dann zu wenig. Daher haben wir unser Flugzeug digital umgerüstet. So ist eine Flughöhe von 425 Metern möglich“, sagt Burkhard Schuldt. Jetzt liefern zwei Mittelformatkameras mit 80 Megapixeln gestochen scharfe Bilder.

Konrad Schleicher ist einer der Männer hinter diesen Kameras. Der Operator, der in Greifswald Landschaftsökologie und Naturschutz studiert hat, nimmt während des Fluges Korrekturen an den Kameraeinstellungen vor und sorgt für auswertbare Aufnahmen. „Ich bin schon einige Male mit der Maschine geflogen – fünf Stunden dauerte mein längster Einsatz“, so Konrad Schleicher. Zu den Piloten Willfried Mielke und Peter Cipra hat er dabei volles Vertrauen. Bei ihren Flügen verlassen sie sich zu 100 Prozent auf ihre Instrumente.

Am Ende liefert das Team bis zu 6000 Bildern, die schließlich als Grundlage für die Genehmigungen der Offshore-Windparks dienen. „Stellt sich heraus, dass zu viele Vögel und Säugetiere in dem Gebiet leben, kann das im Ernstfall auch zum Rückbau der Anlagen führen“, resümiert Alexander Weidauer, Technischer Projektleiter des IfAÖ.

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