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Tierschutzverein Güstrow : Tierschützer kastrieren derzeit wilde Katzen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Jährliche Welpenschwemme soll eingedämmt werden, darum werden wieder mindestens 26 Tiere kastriert.

von
erstellt am 28.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Noch bis Ende März fangen die Mitglieder des Güstrower Tierschutzvereins wilde, frei lebende Katzen ein, um sie kastrieren zu lassen. „Jedes Jahr sehen wir uns mit einer Welpenschwemme konfrontiert, weil viele Besitzer ihre Freigänger nicht kastrieren lassen“, erklärt Jasmin Pophal vom Tierschutzverein. Die ungewollten Katzenjungen werden häufig ausgesetzt und geraten auf diese Weise an den Tierschutzverein.

„Gerade jetzt ist die Zeit, wo viele Tiere Frühlingsgefühle bekommen und sich unkontrolliert vermehren“, erklärt Carmen Lahl, Vorsitzende des Güstrower Tierschutzvereins. Zweimal im Jahr werde der Verein mit Welpen geradezu überschüttet. Das Frühjahr und den Spätsommer bis zum Herbst, nennt Carmen Lahl als Hochzeiten. Allein im vergangenen Jahr kümmerte sich der Verein insgesamt um acht Muttertiere mit 29 Kitten und um weitere 31 Waisenkätzchen. „Um diese Welpenschwemme einzudämmen, kastrieren wir in jedem Jahr zahlreiche Tiere“, fügt Carmen Lahl an. 26 Tiere – darunter 18 Weibchen und acht Männchen habe ihr Verein in diesem Jahr für die Kastrationsaktion beim Landesverbandes MV des Deutschen Tierschutzbundes angemeldet.

Insgesamt stelle der Verband 20 000 Euro für alle angehörigen Tierschutzvereine zweckgebunden zur Verfügung. „Wir haben alle Tiere bewilligt bekommen“, resümiert Carmen Lahl, die mit ihren ehrenamtlichen Helfern nun im Einsatz ist, um die Tiere in Güstrow und Umgebung einzufangen und dem Tierarzt vorzustellen. Wilhelminenhof und Mistorf nennt die Tierschützerin hier als Schwerpunkte. „In Wilhelminenhof leben etwa 15 wilde Katzen, teilweise sind sie verwandt“, sagt Carmen Lahl weiter. Die Kastrationen seien auch wichtig, um Inzucht und damit die Verbreitung von Erbkrankheiten zu vermeiden, macht sie deutlich.

„Außerdem laufen unkastrierte Kater teilweise kilometerweit, um ein Weibchen zu finden – viele sterben auch auf dem Weg“, fügt die Tierschützerin an und verbindet diesen Hinweis mit einem Appell: „Tierhalter sollten ihre Freigänger deshalb unbedingt kastrieren lassen, damit sie stets zurück nach Hause kommen.“ Mit einem Irrglauben räumt Carmen Lahl in diesem Zusammenhang ebenfalls auf: „Viele denken, dass kastrierte Tiere keine Mäuse mehr fangen. Das stimmt nicht. Ich habe alle meine Katzen kastrieren lassen und sie haben einen ausgeprägten Jagdtrieb.“

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