Tierquäler schießt Katze in Rücken

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Yvette Manski und "Sherman", dem es gestern glücklicherweise schon besser ging.hans-jürgen kowalzik (3), privat (1)

svz.de von
06. Juni 2012, 07:53 Uhr

Güstrow | Fassungslos erzählten Yvette und Volker Manski gestern SVZ, dass am Montag ein Tierquäler ihren Kater in den Rücken geschossen hat. Und das in der beschaulichen Rosiner Straße in Güstrow, wo es nur Eigenheime gibt. Der Schock darüber saß bei ihnen auch gestern noch tief. Kater "Sherman" wurde durch ein Diabolo-Geschoss schwer verletzt. Yvette Manski hatte gerade ihre Tochter zum Theater gefahren. Als sie zurück auf den Hof kam, taumelte ihr der Kater wie narkotisiert entgegen. "Er war staubig. Da dachte ich zuerst, dass er vielleicht von einem Auto auf der Straße angefahren worden ist", erzählte sie. Das Einschussloch entdeckte sie nicht. Yvette Manski machte sich sofort auf den Weg zum Tierarzt. Auch nach der Narkose und der Untersuchung war die furchtbare Tat noch nicht zu erkennen. Yvette Manski: "Erst das Röntgen gab Aufschluss." Das Diabolo-Geschoss war mitten durch den unteren Brustkorb von links nach rechts gegangen und an der Brustwand vor den Rippen liegen geblieben. "Es ist eine sehr schwere Verletzung", sagt die behandelnde Tierärztin Dr. Astrid Heine.

Familie zog "Findelkind Sherman" mit der Flasche auf

Sie äußert auch den Verdacht, dass wegen der relativ hohen Durchschlagskraft des Luftdruckgeschosses der Schuss gezielt und aus nicht allzu großer Entfernung abgegeben worden ist. Und: Ein, zwei Zentimeter weiter gen Herz und das Tier wäre unweigerlich getötet worden. Gestern war "Sherman" über den Berg. Ein Problem könnte laut Tierärztin höchstens noch eine Infektion werden. "Aber der Kater ist mit Medikamenten gut versorgt", erklärt sie.

Das beruhigt die Familie Manski zwar, aber es bleiben Fragen offen. Wer macht so etwas und schießt auf wehrlose Tiere? Wer greift in einer Gegend zur Luftdruckwaffe, wo z.B. viele Kinder wohnen und eine Kita in der Bölkower Straße in unmittelbarer Umgebung liegt? Und Yvette und Volker Manski versichern: "Alle Leute in der Umgebung kennen unseren Kater, der kein Streuner ist, ein Halsband trägt und eher zu den ängstlichen Katzen gehört." Für sie ist das wie ein "Mordversuch an einem Familienmitglied". Denn: "Sherman" lebt seit sechs Jahren bei der Familie Manski. Als Findelkind brachte ihn die Tochter aus der Schule in einer Brotdose nach Hause. Da war der Kater gerade mal einen Tag alt. Er wurde mit der Flasche aufgezogen. Volker Manski: "Ich weiß, dass für Außenstehende eine Katze nur eine Katze ist. Aber für uns ist das eine ganz emotionale Sache. Sie empört uns, ist für uns entsetzlich und macht uns sehr traurig. Wir möchten jedenfalls so etwas nicht noch einmal erleben und wünschen das auch anderen nicht."

Denn: Was Familie Manski erlebt hat, ist kein Einzelfall. Allerdings gibt es keine Statistik. Antje Kobi vom Tierschutzverein Güstrow, die den Fall "Sherman" "verwerflich und fürchterlich findet", setzt trotzdem die Dunkelziffer für Tierquälerei sehr hoch an. Sie weiß z.B., dass im Bär stämmweg Katzen in Fallen gefangen werden. Astrid Heine kann auch keine Zahlen nennen, bestätigt aber, dass "Sherman" bei weitem nicht der einzige Fall ist. Eine der schlimmsten Geschichten der vergangenen Zeit war für sie, dass ein Kater mehrere Schrotkugeln im Leib hatte.

Familie Manski wird heute bei der Polizei Anzeige erstatten. Kristin Hartfil, Sprecherin der Polizeiinspektion Güs trow, kennt keinen Fall seit Anfang des Jahres, bei dem ein Tier "durch Waffen zu Schaden gekommen ist". Ermittelt, so Hartfil, werde wegen Sachbeschädigung. Werde der mutmaßliche Täter gefasst, müsse ihm zweifelsfrei ein Vorsatz nachgewiesen werden. Angedroht werden laut Gesetz eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldbuße.

Das Waffengesetz regelt den Umgang mit Luftdruckwaffen. Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm: "Luftdruckwaffen dürfen nur auf dem eigenen Grundstück benutzt werden. Mit ihnen darf nur geschossen werden, wenn das Geschoss in einem Kugelfang landet." Solle solch eine Waffe in der freien Natur benutzt werden, müsse die Kreisbehörde die Genehmigung erteilen, so die Sprecherin. Tiere zu töten, sei aber generell verboten.

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