Jugend musiziert : Tief Luft holen gegen Aufregung

Melika Röwe bereitet sich mit Lehrerin Ulrike Thiele auf das Vorspiel vor. Die Zehnjährige schaffte 24 von 25 möglichen Punkten und qualifizierte sich damit für den Landesausscheid.
Melika Röwe bereitet sich mit Lehrerin Ulrike Thiele auf das Vorspiel vor. Die Zehnjährige schaffte 24 von 25 möglichen Punkten und qualifizierte sich damit für den Landesausscheid.

Erster Tag des Regionalausscheids „Jugend musiziert“ lief an vier Spielorten in Güstrow wie am Schnürchen.

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29. Januar 2018, 05:00 Uhr

In das oberste Stockwerk des John-Brinckman-Gymnasiums Güstrow musste Melika Röwe mit ihrer Mutter Bettina steigen, um in der Aula für den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ vorzuspielen. Die Zehnjährige erhält schon mehr als die Hälfte ihres Lebens an der Kreismusikschule Güstrow Unterricht auf der Blockflöte. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, aber meine Mutti ist es noch mehr“, gestand sie. „Ganz tief Luft holen, dann vergeht die Nervosität“, riet Ulrike Thiele den beiden. Mit diesem Tipp hatte die Musiklehrerin bei allen sechs Schülern, die sie für den Wettbewerb vorbereitete, Erfolg. Dabei war auch die Pädagogin nicht frei von Anspannung, zeigte es jedoch nicht. Immerhin galt es an dem Tag, die Früchte für eine lange, intensive und oft mit Stress verbundene Vorbereitungszeit einzufahren. „Ohne die wirklich tolle Mithilfe der Eltern wäre ein solches Pensum kaum zu bewältigen“, sagte Ulrike Thiele.


„Weiterleitung“ ist das Zauberwort

Und wären wohl auch kaum Erfolge zu erreichen. Melika Röwe absolvierte ihr knapp zehnminütiges Vorspiel unter dem Porträt von John Brinckman mit Bravour. 24 von 25 möglichen Punkten wird ihr die unter dem Vorsitz der ehemaligen Schulleiterin Maria Pöppelreiter agierende Jury für den Vortrag geben. Und den Zusatz „mit Weiterleitung“ hinzufügen.

„Weiterleitung“ war das Zauberwort des Abschlusskonzertes, bei dem am ersten Abend des Wettbewerbs die Leistungen der Musikschüler bekannt gegeben wurden. Weiterleitung bedeutet nämlich, dass die Teilnehmer mindestens 23 Punkte erreicht hatten und zur nächst höheren Stufe, dem Landeswettbewerb, delegiert wurden. Dieser wird am 17. und 18. März in Neubrandenburg ausgetragen. Und wer dort erfolgreich abschneidet, wird Mitte Mai zum Finale des 55. Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ nach Lübeck fahren.

Ulrike Bennöhr, Leiterin der Kreismusikschule Güstrow, die den Regionalausscheid Nord in diesem Jahr ausrichtete, war am Sonnabendabend mit dem Ablauf des ersten Tages hoch zufrieden. An allen vier Orten – Bürgerhaus, Kreishaus und Haus I und II des Gymnasiums – lief der Wettbewerb wie am Schnürchen. Alle 113 Teilnehmer aus dem Landkreis Rostock und der Hansestadt Rostock fanden ideale Bedingungen vor. Dazu kam ein erfolgreiches Abschneiden der Güstrower Musikschüler.


Erfolge für Kreismusikschule

Neben zahlreichen ersten Preisen, die sie gewannen, erhielten Greta Olschewski und Melika Röwe (beide Blockflöte), Inga Henke (Gitarre) sowie Jette Fischer und Hanna Plischke (Klavier vierhändig) die Weiterleitung zum Landesausscheid. Das hätten von der Punktzahl auch Lotta Görnhardt und Thilo Beck (beide Gitarre) sowie Joachim Bauer und Romeo Wiede (Klavier vierhändig) geschafft, aber für diese jungen Jahrgänge gibt es noch keinen Landesvergleich. Zufrieden mit den Ergebnissen zeigte sich Yvette Kulling, Inhaberin der privaten Musikschule Abs in Güstrow. „Wir hatten zehn Schüler im Wettbewerb. Davon haben sieben erste und drei zweite Preise errungen. Und Anton Pfeiffer hat sich mit seiner Gitarre sogar für den Landesausscheid qualifiziert“, freute sie sich.

Der Regionalwettbewerb wurde gestern fortgesetzt und am Abend mit dem Abschlusskonzert für den zweiten Tag beendet. Wir werden davon in einer der nächsten Ausgaben berichten.

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