Hilfe mit Alpakas : Therapie auf vier Beinen in Charlottenthal

Auf Tuchfühlung mit Alpakas in Charlottenthal: Ergotherapeut Marco Wenzlaff füttert Alpaka „Helmut“.
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Auf Tuchfühlung mit Alpakas in Charlottenthal: Ergotherapeut Marco Wenzlaff füttert Alpaka „Helmut“.

Ergotherapeut Marco Wenzlaff baut in Charlottenthal ein Therapiezentrum mit Alpakas auf.

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31. Mai 2017, 05:00 Uhr

Ziemlich neugierig nähert sich das Alpaka „Helmut“ Marco Wenzlaff, frisst ihm dann ganz ruhig aus der Hand. „Alpakas sind ganz sensitive und schöne Tiere“, sagt der Ergotherapeut. Auf dem Stringhof in Charlottenthal hat der 35-Jährige seit Anfang des Jahres ein Therapiezentrum aufgebaut. Im großen Garten grasen zwei Alpakas. Doch nicht nur, damit sie schön aussehen. Die Tiere sind fest in die Behandlung von Marco Wenzlaff eingebunden. „Therapie auf vier Beinen“ oder einfach „Alpaka-Therapie“ nennt das der Ergotherapeut.

„Tiergestützte Therapie mit Alpakas setze ich bei Wahrnehmungs-, Verhaltens- und psychischen Störungen sowie nach traumatischen Erlebnissen ein“, erzählt Wenzlaff. Von Alpakas erhalte man immer direkt ein Feedback auf sein eigenes Verhalten. „Nur wenn ich selbst runterfahre, kann ich mit dem Tier interagieren“, sagt er. Eine Alpaka-Therapie sei zwar kein Wundermittel, aber sie funktioniere. „Kinder und Erwachsene sind sofort fasziniert von den Tieren.“ In der Therapie gehe es um das Wahrnehmen und Erspüren der Tiere, der eigenen Person und der Natur mit allen Sinnen. „Die Interaktion mit dem Tier bietet eine Vielzahl von therapeutischen Ansätzen und Möglichkeiten, einen Menschen in allen Bereichen zu fördern, so dass Selbstvertrauen, Empfindungen, Motorik und Persönlichkeit wachsen können“, ist Wenzlaff überzeugt. „Für emotional Traumatisierte ist diese Therapie goldwert.“

Mit dem Stringhof in Charlottenthal hat er für diese Therapieform den richtigen Ort gefunden. „Das Therapiegehege im Garten grenzt direkt an meine Praxis“, sagt Wenzlaff. Das sei optimal. 2015 kaufte er den Hof und sanierte alles. Seit Anfang dieses Jahres baut er nach und nach das Therapiezentrum auf. Neben seiner Alpaka-Therapie bietet er hier auch seine „normale“ Ergoherapie an. Mit im Boot ist zudem die Physiotherapeutin Dörte Drenckhan sowie seine Ehefrau Nadine Scheel, die in Charlottenthal Pilates und Yoga anbietet. „Wir sind noch auf der Suche nach einer Logopädin, die tiergestützt und interdisziplinär arbeiten möchte“, sagt Wenzlaff.

Seit 2010 bzw. 2012 betreibt Wenzlaff bereits eine Ergotherapie-Praxis in Warnemünde und im Rostocker Bahnhofsviertel. „Aber es war schon immer mein Lebenstraum, einen alten Bauernhof auf dem Land zu kaufen und zu einem Therapiezentrum auszubauen“, sagt der gebürtige Teterower. Oft sei er in seiner Jugend am Krakower See gewesen. „Eine traumhafte Gegend.“ Deshalb habe er sofort zugegriffen, als der Stringhof zum Verkauf gestanden habe. „Ich bin toll aufgenommen worden von den Charlottenthalern. Mein Hof passt hier super rein“, sagt Wenzlaff.

Morgen zum Kindertag lädt er alle Charlottenthaler und Interessierte auf den Stringhof, Unter den Linden 3, ein. Von 14 bis 18 Uhr hat der Ergotherapeut einen Alpaka-Erlebnisnachmittag speziell für Kinder geplant. „Zudem biete ich Erlebnistöpfern an“, sagt er. Und auch Alpaka „Helmut“ darf dann gestreichelt werden.  

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