Ehrenamt : Thema: Geld kommt zu spät

Carmen Lahl und Carola Franke vom Tierschutzverein Güstrow und Umgebung im Gespräch mit Rainer Boldt. Fotos: hans-jürgen kowalzik (4)
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Carmen Lahl und Carola Franke vom Tierschutzverein Güstrow und Umgebung im Gespräch mit Rainer Boldt. Fotos: hans-jürgen kowalzik (4)

32 Vereine und Projektgruppen bei Ehrenamtsmesse des Landkreises / Tierschutzverein beklagt Finanzierung

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17. März 2014, 06:00 Uhr

Carmen Lahl, Vorsitzende des Tierschutzvereins Güstrow und Umgebung, packte bei der Ehrenamtsmesse Sonnabend im Güstrower Bürgerhaus die Gelegenheit beim Schopfe und konfrontierte Rainer Boldt, 2. Stellvertreter des Landrates, damit, dass dem Verein und die Arbeit im Ehrenamt Fördermittel versagt wurden. Rainer Boldt ließ seine Karte da. Carmen Lahl wird Boldt den Antrag zusenden. Genauso negativ sehe seit Jahren die Hilfe der Stadt Güstrow aus. Der Verein hat hier sogar die Flinte ins Korn geworfen: Lahl: „Wir haben für 2014 erst gar keinen Antrag mehr an die Stadt gestellt.“


Hoffnung auf Beschluss des Kreis-Etats im April


Der Verein braucht Geld für die Kastration streunender Katzen, die mehr werden und ein Krankheitsherd sein können. 2013 wurden 126 in Güstrow kastriert. 200 müssten es sein. Eine Katze kostet rund 100, ein Kater 60 Euro. Geld wird außerdem unbedingt für das Katzenhaus bzw. für den Bau einer Tierauffangstation in diesem Jahr in der Langen Stege benötigt. Da kein Fördergeld kommt, behilft sich der Verein mit privaten Spenden und Sponsoren. „Und wir nutzen die Ehrenamtsmesse, um unsere Arbeit vorzustellen“, so Carmen Lahl. Sie und der Vorstand stehen nach dem Ausscheiden der Familie Kobi für einen Neuanfang.

Das Geld des Landkreises für Vereine brachte auch Sven Sauer, der im Verein „Gemeinsam für Miteinander“ mitarbeitet, zur Sprache. „Ich fordere, dass der Landkreis die Gelder für Vereine nicht immer erst zum Jahresende bereit stellt, damit sie es nicht vorschießen müssen bzw. sogar in Schwierigkeiten gelangen, weiter zu arbeiten.“ Rainer Boldt dazu: „Das Problem ist bekannt und wir verstehen die Bedenken. Alles hängt vom Haushaltsbeschluss und der Genehmigung ab. Das gelang in den vergangenen zwei Jahren immer erst in der zweiten Jahreshälfte“, so der Dezernent. Boldt hofft auf Besserung in diesem Jahr. Er rechnet eventuell im April mit einem Haushaltsbeschluss. Wenn das gelänge, würden die Vereine in diesem Jahr deutlich früher die Bescheide erhalten, so Boldt.

Andreas Moritz, Kreisvorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbandes, kam mit Marion Starck, Leiterin des Büros für Chanchengleichheit im Landkreis, ins Gespräch. Sein Problem: Die Sozialämter im Landkreis und in Güstrow arbeiten ungenügend mit dem persönlichen Budget und der persönlichen Assistenz. Darauf haben Behinderte laut Sozialgesetzbuch einen Anspruch. „Ziel ist die bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, so Moritz. Marion Starck will sich kümmern.

Beispiele, die zeigen, wie wichtig die Ehrenamtsmesse ist. Holger Becker, Leiter der Projektgruppe: „Rund 400 Besucher kamen und überzeugten sich von der Arbeit in 32 Vereinen und Projektgruppen.“ Positiv wertete er die 79 Blutspenden. Ein Erfolg sei der Arrangement-Markt gewesen, betont Becker, bei dem es um die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Wirtschaft geht. So werden sich der Hagebaumarkt und der Südstadtklub sowie der Förderverein Bürgerhaus Warnkenhagen und der Verein „Bützower für Gambia“ künftig gemeinsam für das Ehrenamt engagieren.

Die nächste Ehrenamtsmesse des Landkreises in Güstrow ist 2017, nächstes Jahr ist Bad Doberan an der Reihe und 2016 Rostock. Ab nächstes Jahr wird die Messe wieder an einem Sonntag stattfinden.


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