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Vorsorge hilft Leben retten : Tausende nutzen Krebsvorsorge

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Fast 4000 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren kamen im letzten Jahr zum Mammographie-Screening ins KMG-Klinikum Güstrow

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erstellt am 05.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Gesundheit – das ist für das neue Jahr wohl der größte Wunsch von uns allen.

Immer mehr Frauen zwischen 50 und 69 Jahren nutzen deshalb auch im Landkreis Rostock das regelmäßige Mammographie-Screening – die vorbeugende Röntgenuntersuchung der Brust.

Fast 4 000 Frauen des Landkreises Rostock kamen im letzten Jahr zu dieser kostenlosen Vorsorge-Aktion ins Güstrower KMG-Klinikum, wo sich eine Zweigstelle des Mammographie-Screenings der Uniklinik Rostock befindet. Auf fast 19 000 Frauen von der Insel Rügen bis nach Bützow, Krakow am See, Teterow und Gnoien belief sich 2014 die Gesamtzahl der Teilnehmerinnen am „Mamma-Screening“ im Bereich Rostock. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit eine leichte Steigerung bei der Nutzung dieser Vorsorgemaßnahme zu verzeichnen, die inzwischen für die betreffende Altersgruppe in ganz MV flächendeckend angeboten und die durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen getragen wird.

Das „Mamma-Screening“ sei derzeit die effektivste Früherkennungsmethode bei Brustkrebs, sagt Dr. Christian Schulze (54), einer der beiden Radiologen im Zentrum für Mammographie-Screening in Rostock. Dieses war 2007 eröffnet worden und befindet sich in der Hansestadt in der alten Frauenklinik in der Doberaner Straße 142. Dort arbeiten die Spezialisten, die die Röntgenaufnahmen auch aus der Güstrower Zweigstelle bewerten. „Wir sind per Computer vernetzt, die Bilder werden auf diesem Wege hierher geschickt“, so Dr. Schulze. Die Speicherung der Aufnahmen auch über Jahre im Computer ermögliche Vergleiche, die bei der Diag-nose sehr von Nutzen sein können, meint er. Jedes Röntgenbild werde mindestens von zwei erfahrenen Radiologen beurteilt. „Insgesamt haben wir fünf Ärzte, die die Aufnahmen befunden“, sagt Dr. Schulze. Dabei werden auch die Experten der beiden Rostocker Praxen mit herangezogen, die ebenfalls das Mammographie-Screening anbieten.

Gebe es bei den Aufnahmen Verdachtsmomente, werden diese in Konferenzschaltungen beraten und weitere Untersuchungen eingeleitet.

Den Vorteil des Screening-Programms sieht Dr. Schulze nicht nur in der regelmäßigen Kontrolle, durch die sich auch kleinste Krebsherde aufspüren lassen, sondern auch in der großen Erfahrung der Radiologen, die die Röntgenbilder auswerten. „Ein Arzt sollte mindestens 5000 solcher Aufnahmen im Jahr befunden“, hält er für nötig.

Dennoch sei dieses Programm keine Konkurrenz zu den niedergelassenen Frauenärzten, findet der Radiologe. „Zu uns kommen in der Regel Frauen ohne Beschwerden. Eine Aufnahme bei uns ersetzt nicht den Besuch beim Frauenarzt“, sagt er.

Eingeladen zum „Mamma-Screening“ werden die Frauen zwischen 50 und 69 alle zwei Jahre. „Viele Fälle sind unauffällig, aber eben nicht alle. Entdeckt man den Brustkrebs, wenn er noch unter 1,5 und möglichst noch unter einem Zentimeter groß ist, gibt es gute Heilungschancen“, so Christian Schulze. Jährlich gebe es in seinem Bereich „über 100 Fälle“, wo nach dem Screening durch Gewebeproben Brustkrebs bestätigt werde.

„Das Risiko, durch solche Frühuntersuchungen bei Frauen jenseits der 50 das Brustgewebe zu schädigen, ist sehr gering, weil es nicht mehr so empfindlich ist“, geht Dr. Schulze auf Kritiker des „Mamma-Screenings“ ein. Bei jüngeren Frauen sei dies anders zu sehen.

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