Charlottenthal : Tartanbahn für Feuerwehrsportler

Kerstin Herold und Stephanie Rost und ein bisschen auch Janne Rost (v.l.) gaben die Tartanbahn für die Feuerwehrsportler in Charlottenthal frei.
Kerstin Herold und Stephanie Rost und ein bisschen auch Janne Rost (v.l.) gaben die Tartanbahn für die Feuerwehrsportler in Charlottenthal frei.

Feierliche Einweihung in Charlottenthal – Nächster olympischer Feuerwehrwettkampf 2017 in Italien.

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18. Dezember 2016, 21:00 Uhr

Ein schon etwas außergewöhnliches Bauwerk wurde jetzt in Charlottenthal seiner Bestimmung übergeben: eine 100 Meter lange Kunststoffbahn. „Damit werden die Feuerwehrsportler jetzt wohl gar nicht mehr zu halten sein“, vermutet Krakows Bürgermeister Wolfgang Geistert. Es sei wohl einmalig, dass eine Feuerwehr in Deutschland über eine solche Bahn verfügt. 51 000 Euro hat die Bahn gekostet. Spendiert hat sie größtenteils das Schweriner Innenministerium. Notwendige Eigenmittel steuerten die Stadt und der Verein Sport- und Technikzentrum Charlottenthal bei.

Von Luxus wollte bei der kleinen Einweihungsfeier keiner reden. „Das haben sich die Leute mit ihren Leistungen erarbeitet“, sagt Trainer und Oberlöschmeister Wolf-Dieter Lakatsch, der erst vor wenigen Tagen mit dem Brandschutz-Ehrenzeichen der Sonderstufe geehrt worden war. „Alle Wettkämpfe finden auf solchen Kunststoffbahnen statt“, erklärt Vereinsvorsitzender Christian Grosche. Bisher habe man mit dem Feuerwehrsportteam MV nur in den Wintermonaten in der Laufhalle in Rostock auf Kunststoff trainieren können. Jetzt habe man in Charlottenthal ganzjährig die Möglichkeit. Etwa 30 Feuerwehrsportler gibt es in Charlottenthal, weitere 50 in MV.

Schon um 1970 herum entdeckte man in Charlottenthal den Spaß zum Feuerwehrsport. Hermann Hübner erinnert sich an einen DDR-Meistertitel im Löschangriff mit TSA-TA8 im Jahr 1969. „Wir dachten damals, wir sind die Größten und das war der Anfang“, erzählt er. Erst kümmerte er sich um die Feuerwehrsportler. In den vergangenen 30 Jahren hielt Wolf-Dieter Lakatsch das Zepter in der Hand. Zahlreiche Wettkämpfe gewannen die Charlottenthaler – zunächst allein, später in einem Team MV. Landesmeistertitel, Deutsche Meisterschaften und drei Teilnahmen an den Olympischen Spielen im Feuerwehrsport stehen zu Buche. Im nächsten Jahr geht es mit dem MV-Team zu den 4. Olympischen Spielen nach Italien. „Professioneller als bisher können sich die Feuerwehrsportler jetzt darauf vorbereiten“, betonte Christian Grosche.

Für Wolf-Dieter Lakatsch (61), der sein Traineramt im nächsten Jahr einem Jüngeren, Georg Limbach (29), übergeben will, ist die neue Bahn ein Heiligtum. Einen Zaun wird man nicht drum herum bauen. „Ich hab’s da mit den Engländern, die zäunen ihre Stadien auch nicht ein“, erklärt er und geht davon aus, dass die neue Sportanlage von allen geachtet wird. Georg Limbach kann sich gut vorstellen, dass die Tartanbahn variabel im Dorf genutzt werden kann, z.B. bei den jährlich veranstalteten Kindersportfesten.

Landesbrandmeister Hannes Möller erinnerte sich an verdutzte Gesichter bei den Krakower Stadtvertretern, als man ihnen offerierte, dass sie für eine Kunststoffbahn in Charlottenthal Geld locker machen sollten, und freute sich, dass es schließlich gelungen sei. „Dass Mecklenburg-Vorpommern ein eigenes Feuerwehrsportteam hat, das dazu noch sehr erfolgreich ist, ist schon etwas Besonderes“, betonte Möller.

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