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Puhdys-Frontmann Dieter Birr in Güstrow : Talk-Show des Kult-Rockmusikers

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Dieter „Maschine“ Birr gastiert morgen im Güstrower Theater / „Puhdys“-Frontmann liest aus seiner Autobiografie und stellt Solo-LP vor

von
erstellt am 11.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Dieter „Maschine“ Birr, Frontmann der „Puhdys“, gastiert morgen um 19.30 Uhr im Güstrower Ernst-Barlach-Theater. Ohne seine Musikerkollegen möchte er seinen Fans gern sein zweites Solo-Album und seine Autobiografie vorstellen. Hans-Jürgen Kowalzik sprach mit dem Kult-Rockmusiker.

„Maschine“ ist morgen im Dreierpack in Güstrow –mit dem gleichnamigen Album und Buch sowie live und in Farbe auf der Theater-Bühne. Was haben die Güstrower Fans von „Maschine“ zu erwarten?

„Maschine“: Eine Talk-Show, in der es um das Album und meine Autobiografie geht. Aber auch um Dinge, die nicht in dem Buch stehen. Dazu spiele ich ein paar Lieder zur Gitarre. Als Talk-Master fungiert Kai Suttner, der auch meine Touren und die der „Puhdys“ organisiert.

Lesen, erzählen und singen – warum haben Sie diese Mischung gewählt?

Weil ein zweistündiges Konzert allein auf der Bühne die Besucher nicht gut genug unterhalten würde. Aber einige Lieder vom neuen Album spielen und etwas erzählen, das funktioniert gut. Das hat sich bisher bei über 40 Veranstaltungen gezeigt.

Sie plaudern auch aus dem Nähkästchen. Geben Sie unseren Lesern doch einen kleinen Vorgeschmack.

Da gibt es viele interessante Begebenheiten, z.B. mit unseren Hunden, auch leicht peinliche Sachen. Aber die lassen sich morgen besser erzählen.

Ihr zweites Solo-Album kommt fast nur mit ruhigen Songs daher. Warum diese Auswahl?

Mein Produzent Ingo Politz hat das vorgeschlagen, alte „Puhdys“-Songs, die von den Texten was hergeben, aufzuarbeiten. Auch, damit sie sich von den „Puhdys“ absetzen. Das gelingt mir z.B. mit folkloristischen Zügen. Einige Titel sind bekannt, andere unbekannt. Auch singe ich sie anders, nicht so hoch. Das liegt mir auch. Außerdem ist das eine interessante Abwechslung.

„Wirst du für mich da sein?“ heißt das letzte Lied. Sie singen es mit Ihrer Enkelin Annabell. Was ist da in Ihnen vorgegangen?

Ich bin sehr sensibel. Bei dem Lied sind mir oft die Tränen gekommen, weil es sehr emotional ist. Die Leute feiern das Lied. Damit habe ich nicht gerechnet. Das Eigenartige für mich ist, dass vor allem Männer zu Tränen gerührt sind. Annabell, die sehr musikalisch ist, hat das aber auch prima gemacht.

Sie haben über 4000 Konzerte gespielt, darunter einige in Güstrow, besonders Ende der 1960er-Jahre, als die „Puhdys“ am Karrierebeginn standen. Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Wir wurden im Jugendklubhaus, wo wir zum Tanz spielten, immer sehr gut bewirtet. Bei der Familie Wendt wurde wahnsinnig gut gekocht und wir haben gut gegessen. Güstrow war für uns deshalb wie nach Hause kommen.

Im März 2011 waren die „Puhdys“ mit der Akustik-Tour in Güstrow. Backstage gab es ein Treffen mit „Puhdys“-Fans, von der SVZ organisiert. Wie hält es „Maschine“ morgen, wird es ein Bad in der Menge geben?

Na, klar. Ich gebe Autogramme und unterschreibe in meinem Buch und auf einer CD und einer LP, die gekauft werden können.

Damals trafen Sie auch Ihre Cousine Marga Richter und deren Tochter, Bettina Treder, die in Güstrow leben und frischten Erinnerungen auf, weil man sich nicht so oft sieht. Morgen auch?

Wenn sie da sind, gerne (Beide werden in der zweiten Reihe ganz vorn sitzen. Das Buch ist auch dabei, sagte Marga Richter gestern SVZ.)

Stay With Me. Mit dem Titel hat Sam Smith in Los Angeles vier Grammys erhalten. Auf der Bühne tummelten sich Madonna, Rihanna und Lady Gaga. Keith Richards war allerdings nicht dabei… Was sagen Sie als Rock’n’Roller in Deutschland, wo Helene Fischers „Farbenspiel“ monatelang die Charts anführte, zur gegenwärtigen Musikszene?

Mich interessiert natürlich in erster Linie Rockmusik. Aber ich akzeptiere natürlich, dass es jede Menge anderer Musik gibt, die Fans hat. Deshalb bewundere ich auch Helene Fischer als Künstlerin. Denn nicht jeder Musiker schafft es, im Olympiastadion in Berlin aufzutreten. Oder auch Udo Jürgens, der überzeugend über lange Zeit sehr gute Musik komponiert hat.

Wie geht es mit „Maschine“ und den „Puhdys“ weiter? Worauf dürfen sich die Fans freuen, denn die Rocker-Rente war ja wohl nie ernst gemeint?

Die „Puhdys“ sind ja gerade auf Abschiedstournee, ich werde 2016 meine dritte Solo-LP auf den Markt bringen und auch wieder auf Tournee gehen. D. h., dass noch nicht Schluss ist. Ich hoffe, dass ich erst von der Bühne gehe, wenn ich keine Lust mehr habe. Dann würde es mir nicht so schwer fallen, endgültig in die Rocker-Rente zu gehen.
 



 

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