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Güstrower Anzeiger

26. September 2017 | 04:10 Uhr

Stadtvertretersitzung : Tagespflege-Bau vakant

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Krakow am See: Stadtvertreter billigen Investor DRK statt 170 000 nur 100 000 Euro Städtebaufördermittel zu

Der Bau einer neuen DRK-Tagespflege für 15 Tagesgäste in Krakow am See ist vakant. Das bestätigt ein enttäuschter Peter Struve. Der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes hatte sich auf der Stadtvertretersitzung am Dienstagabend in Krakow am See alle Mühe gegeben, um den Volksvertretern in ihrer letzten Sitzung in der Wahlperiode den Bau der Tagespflege mit Sozialstation in der Plauer Straße 12/14 schmackhaft zu machen. Dort gibt es seit 20 Jahren eine Lücke.


Peter Struve: bis Ende Juni Entscheidung


Aber die Stadtvertreter ließen sich nur zum Teil überzeugen und rückten nicht so viel Städtebaufördermittel aus dem Sondervermögen Stadtsanierung heraus wie es sich das DRK gewünscht hatte. Statt 170 000 Euro wurden es 100 000 Euro. Peter Struve: „Wir wollen natürlich weiter alles daran setzen, um das Projekt zu realisieren, weil es dringenden Bedarf gibt. Aber weil jetzt 70 000 Euro in der Gesamtfinanzierung von rund 900 000 Euro fehlen, kann ich noch kein grünes Licht geben. Das muss ich mir jetzt von unserem Präsidium einholen.“ Die Gesamtsumme bildet sich aus Städtebauförderung, Eigenmitteln, Stiftungsgeld und Krediten (430 000 Euro). Die Förderkürzung kann bedeuten, dass das DRK nicht baut. Der Vorstandsvorsitzende macht auch keinen Hehl daraus, dass die Entscheidung der Stadtvertreter, die aber legitim sei, für ihn eine gegen Senioren ist. Ende Juni kann Struve sagen, ob das DRK baut oder nicht.


2012: 75 000 Euro Fördergeld beschlossen


Von den Stadtvertretern gab es unterschiedliche Begründungen für die Reduzierung, die genau genommen aber sogar eine Erhöhung ist. Denn: Um den Bau geht es schon seit 2012. Es gibt Vorplanungen, eine positive Stellungnahme des Rahmenplaners, den Grundstücksverkauf und seit 20. März eine Baugenehmigung. 2012 entschieden sich die Stadtvertreter für eine Förderung von 75 000 Euro. Nils Ruhnau (CDU) leuchtet daher die Erhöhung nicht ein und er findet auch keine Begründung dafür. Christoph Küsters (Die Linke), der den Vorschlag für die 100 000 Euro einbrachte, verwies auf in der Vergangenheit abgelehnte Förderungen für kleinteilige Maßnahmen. „Aus dem Grund kann ich einem Bürger kaum erklären, warum wir hier so hoch fördern“, meinte er. Lucia Dirks (CDU) verwies auf das Problem der Gleichbehandlung anderer Träger. Die sieht sie bei dem Projekt in Gefahr. Auch für Jörg Oppitz (Heimatverein Charlottenthal) ist die Förderung zu hoch. Die Tagespflege in Charlottenthal sei sogar ohne Förderung eingerichtet, argumentiert er. Michael Altmann (SPD) verwies auf die Empfehlung des Seniorenbeirates. Der findet eine Tagespflege zwar gut, aber bittet die Stadtvertreter die hohen Kosten zu beachten. Hilmar Fischer (Die Linke) hielt dagegen, dass mit der Tagespflege Arbeitsplätze geschaffen werden.


Förder-Absage für Feierhalle-Sanierung


Die Diskussion kippte auch, weil die Stadtvertreter – das monierte Wolfgang Fentzahn (CDU)– quasi nebenbei vom Sanierungsträger GOS erfuhren, dass vor rund zwei Monaten vom Bauministerium die Förder-Absage für die Sanierung der Feierhalle kam. Dazu schlussfolgerte Nils Ruhnau: „Weil wir das eine nicht bekommen, können wir noch lange nicht das andere erhöhen.“

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