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Güstrower Maschinenbau GmbH insolvent : Täglicher Kampf ums Überleben

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Als "sehr gut aufgestellt" bezeichnet Geschäftsführer Andreas Kuntosch sein Unternehmen. Doch die Maschinen- und Antriebstechnik Maschinenbau GmbH (MA) in Güstrow muss täglich ums Überleben kämpfen. MA ist insolvent.

svz.de von
erstellt am 17.Jun.2013 | 10:16 Uhr

Güstrow | Als "sehr gut aufgestellt" bezeichnet Andreas Kuntosch (56) sein Unternehmen. Der Geschäftsführer der Maschinen- und Antriebstechnik Maschinenbau GmbH (MA) in Güstrow verweist dabei nicht nur auf seine hoch motivierten Facharbeiter, sondern vor allem auch auf den "High-Tech-Maschinenpark". Erst 2009 investierte die MA mehr als drei Millionen Euro in vier neue Maschinen und eine neue Produktionshalle an der Glasewitzer Chaussee. Doch mittlerweile muss das Industrieunternehmen, einer der Nachfolgebetriebe des Landmaschinenbaus Güstrow, täglich ums Überleben kämpfen. MA ist insolvent, die Zukunft von knapp 100 Mitarbeitern steht auf dem Spiel.

Wegen mangelnder Aufträge mussten bereits vergangenen Herbst 22 Mitarbeiter entlassen werden. Insgesamt ist seitdem die Mitarbeiterzahl von 130 auf aktuell 93 geschrumpft, zusätzliche Produktionsstätten am Augraben wurden geschlossen. "Seit 2009 kämpfen wir bereits, als weltweit die Krise im Maschinenbau begann", sagt der Güstrower Kuntosch. "Wir hängen am weltweiten Markt." Die Aufträge seien massiv zurückgegangen. Die Kredite für die neuen Maschinen mussten bedient werden. "Das hat uns das Genick gebrochen", so Kuntosch. Die Insolvenz sei unvermeidlich gewesen. Dennoch habe die Rostocker Insolvenzverwalterin, Rechtsanwältin Ulrike Hoge-Peters, entschieden, den Betrieb zu erhalten. Sie erkannte das Potenzial der MA. Vordringliches Ziel sei jetzt, einen Investor zu finden. "Es laufen aktuell Verhandlungen mit drei potenziellen Investoren", sagte Ulrike Hoge-Peters gestern auf SVZ-Nachfrage.

Mit Herzblut und Engagement den Standort erhalten

Nach dem massiven Wegbrechen der Aufträge, habe sich die Lage mittlerweile stabilisiert, informiert Kuntosch, der schon im Landmaschinenbau gearbeitet hat und seit 1992 dem jetzigen Unternehmen angehört. "Ich bin stolz, dass unsere alte Kundschaft zu uns hält. Wir würden uns aber natürlich auch neue Kunden wünschen", sagt er. Wenn die MA schließen müsste, sei das nicht nur dramatisch für die hoch qualifizierten Mitarbeiter, die überwiegend aus Güstrow kommen, sondern auch für die ganze Stadt, ist Kuntosch überzeugt. "Hier arbeiten knapp 100 Leute täglich mit viel Herzblut und Engagement dafür, dass der Standort erhalten bleibt. Wir haben das Mitarbeiterpotenzial. das Know-How, die Betriebserfahrung und moderne Technik. Das müssen wir einem potenziellen Investor schmackhaft machen", sagt er.

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