Liessow : Täglicher Kampf ums Überleben

Eckhardt Rehberg bedankt sich bei den Kindern, die die Gäste mit einem Lied begrüßten. Kita-Leiterin Brigitte Göde und Torsten Renz hörten zu.
Eckhardt Rehberg bedankt sich bei den Kindern, die die Gäste mit einem Lied begrüßten. Kita-Leiterin Brigitte Göde und Torsten Renz hörten zu.

Zu Gast bei den „Buchenzwergen“ am Buchenberg beim Buchenwald / Sommertour von MdB Eckhardt Rehberg

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15. August 2015, 06:18 Uhr

Im Rahmen seiner Sommertour machte der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg, begleitet von seinem Güstrower Parteifreund Torsten Renz, in der Kindertagesstätte „Buchenzwerge“ in Liessow Station. Seit knapp 13 Jahren führt Brigitte Göde die Einrichtung privat. „2002 ging unser Trägerverein in Insolvenz. Es drohte die Schließung der Kita“, erinnert sich die 62-Jährige. Eltern und Gemeindevertreter hatten sie damals bedrängt, die Einrichtung zu übernehmen.

„Ich wusste wirklich nicht, was ich machen sollte. Da bin ich nach Warnemünde gefahren, habe auf die Ostsee geschaut und mich am Ende des Tages entschieden, die Kindertagesstätte weiterzuführen“, schildert sie. Es sei wie ein Sprung ins kalte Wasser gewesen. „Und das Wasser war wirklich eisig kalt“, beteuert Brigitte Göde. Sie habe ihre Entscheidung nicht bereut, obwohl jeder Tag mit einem Kampf ums Überleben verbunden sei. „Aber die Freude an der Arbeit und der tägliche Kontakt mit den Kindern gleicht das mehr als aus“, strahlt sie.

Ab September besuchen wieder 29 Kinder die Krippe und den Kindergarten, dazu kommen acht Hortkinder. Damit ist die Kapazität ausgeschöpft. Betreut werden die Kleinen in drei Gruppen von insgesamt drei Erzieherinnen, einer Hilfs- und einer technischen Kraft.

Hauptanliegen der Kita ist es, den Kindern freie Hand bei der Umsetzung ihrer Ideen zu lassen. Diesem Ansatz kommt die naturnahe Lage der Einrichtung entgegen. Die „Buchenzwerge“ wohnen am Buchenberg, nur fünf Gehminuten von einem Buchenwald entfernt. „Wir sind wann immer das möglich ist an der frischen Luft“, berichtet die Leiterin. Gestern beispielsweise blieben die reich mit Spielzeug bestückten Aufenthaltsräume ungenutzt. Ab sieben Uhr spielte sich das Leben im Freien ab, alle Mahlzeiten gab es an der frischen Luft und bald war Barfußlaufen angesagt.

In der Einrichtung diskutierten Brigitte Göde und die Laager Stadtvertreterin Elke Wendt mit den Besuchern. Wie denn die Umstellung auf die Pauschalvergütung bei der Ganztagsversorgung der Kinder gelungen sei, wollte Torsten Renz wissen. Sie habe offenbar gute Argumente dafür gefunden, denn die Eltern hätten diese Variante ohne Diskussion akzeptiert, erklärte die Leiterin. „Seitdem frühstücken wir alle gemeinsam und den Kindern schmeckt das frisch und liebevoll zubereitete Frühstück“, versicherte Göde. Elke Wendt brachte eine finanzielle Entlastung von Familien mit mehreren Kindern ins Spiel. „Am besten wäre es, wenn alle Kinder die Einrichtung kostenfrei besuchen könnten“, argumentierte sie. Dem widersprach Rehberg. „Reduzierung der Beiträge okay, aber kostenlos geht nicht. Der Besuch einer Kita muss schon noch einen Wert besitzen“, hielt er dagegen.

In etwa zwei Jahren wird Brigitte Göde – „Gitti“, wie sie von ihren Kindern genannt wird – in den Ruhestand gehen. An der Nachfolge arbeitet sie. „Ich habe da jemanden im Auge, den ich selbst zur Erzieherin ausgebildet habe“, verrät sie, ohne konkret werden zu wollen.

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