Landwirtschaft : Täglich Nachwuchs bei Charolais

Hauke Trost möchte das Ackergras silieren, doch auf der überschwemmten Fläche muss das Gras stehen bleiben. Manfred Hoffmann macht mit dem Schwader einen großen Bogen um die durchgenässte Fläche.
Hauke Trost möchte das Ackergras silieren, doch auf der überschwemmten Fläche muss das Gras stehen bleiben. Manfred Hoffmann macht mit dem Schwader einen großen Bogen um die durchgenässte Fläche.

Im Zuchtbetrieb Baldermann werden bis zu 290 Kälbchen erwartet / Kaltes, sonniges Winterwetter ideal

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10. Februar 2014, 16:07 Uhr

„Leichtes Frostwetter ist für uns jetzt das Allerbeste“, sagt Olaf Baldermann. Trocken, kalte Luft und Sonnenschein würden nicht nur Menschen in der Regel bevorzugen, auch den Fleischrindern – der Linstower Landwirt züchtet Charolais und Salers – bekommt solches Wetter bestens. Munter füllt sich auf dem Hof in Linstow derzeit die Kinderstube. Von etwa 300 Mutterkühen werden 280 bis 290 Kälbchen erwartet, 130 sind seit Jahresbeginn bereits geboren.

Während Olaf Baldermann auf die Charolais auf dem Hof zu jeder Zeit ein Auge hat, erledigen die Mutterkühe der sehr robusten Rasse Salers auch die Geburt ihrer Nachkommen auf der Weide. Hier gibt es momentan noch keinen Nachwuchs. „Das geht in den nächsten Tagen los“, weiß der Linstower Landwirt zu berichten. Anfang Mai müssten dann alle Kälbchen da sein, so dass die Mutterkühe gemeinsam mit ihrem Nachwuchs auf die Grünlandflächen am Krakower Obersee und am Untersee können. „Jetzt ist es wichtig, die Geburt zu überwachen und wenn notwendig einzugreifen, und dann zu schauen, ob das Kalb trinkt. Die erste Woche ist ganz entscheidend“, betont der Landwirt. Läuft in der ersten Woche alles glatt, sei man auf der sicheren Seite.

„Es sei wichtig früh im Jahr Kälber zu haben“, sagt Olaf Baldermann. So könnten die Tiere den Sommer über auf den Weiden Grünes fressen und sich gut entwickeln. Im Herbst werde dann sortiert. Ende Oktober kommen die Tiere von den Weiden auf den Hof. Der Landwirt wählt männliche als auch weibliche Tiere für die eigene Zucht aus. Der Rest wird an Mastbetriebe verkauft. Außerdem werden die Tieren einmal im Jahr gründlich untersucht. Dafür wird allen Blut abgenommen, berichtet Baldermann.

Neben der Versorgung des Viehs auf dem Betriebshof – täglich werde frisch eingestreut – kontrolliert der Linstower Landwirt in diesen Tagen die Weidezäune und repariert bei Bedarf. „Eine typische Winterarbeit“, sagt Baldermann, der seit 1992 Charolais züchtet und dies seit 1998 auf ökologischer Grundlage. Auf rund 600 Hektar Grünlandflächen am Krakower Obersee und am Untersee stehen zwölf Herden. Die Nachzucht geht in die Kälberschlachtung, in spezielle Mastbetriebe oder füllt die eigenen Herden auf. Existieren könne das Unternehmen nur mit Unterstützung durch Agrar-Umweltprogramme von Land und EU, betont Baldermann. Ausgleichszahlungen gebe es für die extensive Bewirtschaftung der Wiesen.


50 Kälber erwartet Landwirt in Dolgen


„Ab April lassen wir den Bullen zur Herde“, berichtet Hauke Trost. Der Landwirt aus Dolgen erklärt den Zeitpunkt damit, dass die Jungtiere bis zum Spätsommer möglichst ein Gewicht von 300 Kilogramm erreichen. Mit fünf bis acht Monaten verkaufe man die Tiere dann. Einige weibliche Tiere würden für die weitere Nachzucht auf dem Hof bleiben. Wenn sie gut zwei Jahre alt sind, beginnt für sie die „Kälberproduktion“.

„Bei sechs, sieben Grad fühlen sich Rinder am wohlsten“, berichtet Christel Trost. Auch auf dem Hof der Dolgener Landwirte hat die Zeit des Abkalbens begonnen. Fünf kleine Kälbchen sind bereits geboren. Um die 50 sollen es werden. Große Aufregung würden die Mütterkühe nur selten verursachen. „In 90 Prozent aller Fälle kommen die Kühe allein zurecht. Es sind alles erfahrene Tiere“, sagt Christel Trost. „Wenn ein Kalb quer liegt, muss man aber schon mal eingreifen“, fügt sie hinzu. Auf dem Hof in Dolgen-Ausbau sind die Tiere derzeit in Gruppen eingeteilt. Da gibt es die noch tragenden Kühe und Gruppen der Mutterkühen mit Kälbern. „Wie in einer Art Kindergarten“, erklärt die Landwirtsfrau.

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