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Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 16:45 Uhr

Krakow am See : Täglich auf dem Weg zum Turm

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Udo Wojciechowski aus Krakow am See liebt seine Aufgabe als Turmwächter.

Den Weg gehen die Füße des 66-Jährigen schon fast von allein. Udo Wojciechowski aus Krakow am See schließt den Turm auf dem Jörnberg täglich frühmorgens auf und am Abend gegen 18 Uhr wieder zu. Außerdem ist er regelmäßig in den Sommermonaten in seiner „Dienstkleidung“ als Turmwächter mittwochs an der Promenade anzutreffen. Auch beim Fischerfest war er kürzlich natürlich vor Ort.

Tagtäglich ist er unterwegs, um seinen Schließdienst zu erfüllen. „Das macht mir viel Spaß, weil auch mein Herz ein Stück an dem Turm hängt“, sagt Udo Wojciechowski. Das liegt sicherlich auch daran, weil der Krakower mit vier weiteren Handwerkern den Kern des Turms 1995 als Vorarbeiter mit errichtet hat. Lediglich die Klinkerfassade stammt von einer anderen Firma. Ansonsten hat er so manchen Stein des Wahrzeichens von Krakow am See auf den anderen gesetzt. „Im Januar 1995 haben wir angefangen“, erinnert er sich.

Nach der Eröffnung des Turms im Juli 1995 habe eine ältere Dame den täglichen Schließdienst übernommen. „Zuerst hatte ich sie hin und wieder vertreten und als sie dann aufhörte, habe ich gleich zugesagt, das zu übernehmen“, erzählt Udo Wojciechowski. Morgens sei der Weg sein Frühsport. Spätestens ab 9 Uhr sei der Turm für jedermann zugänglich. Manchmal führt er auch Gruppen. „Dann erzähle ich auch Geschichten und Sagen“, berichtet der gelernte Maurer, der gern eine Pause auf einer der Bänke am Fuße des Turms einlegt. Jeden Freitag und Montag reinigt er den Turm. Maximal eine Stunde benötige er dafür, die mehr als 100 Stufen abzufegen.

Geboren in Hoppenrade, ist Udo Wojciechowski in Krakow am See aufgewachsen. Nach der Lehrzeit im Landmaschinenbau in Güstrow sei er zur Armee gegangen, habe anschließend im Zweckverband in Krakow am See und später in der Baufirma Dahms gearbeitet. „Ich bin ein uriger Krakower“, sagt er von sich. Mit seinem Outfit, der Laterne, dem Hut und seiner Hellebarde (einer Mischform von Hieb- und Stichwaffe des 14. bis 16. Jahrhunderts), ist er eben auch ein echter Turmwächter.

Bisher habe er noch keinen späten Besucher im Turm eingesperrt, erzählt er. Doch Besucher aus vielen Ländern konnte er schon hier begrüßen. Gern unterhält er sich ein bisschen mit ihnen und erzählt einige Geschichten aus dem Luftkurort. Verheiratet mit Sabine, die im Übrigen auch hin und wieder den Dienst übernimmt, ist Udo Wojciechowski eben mit Herz und Seele Krakower. „Jeder sollte auch etwas für die Stadt tun und sich einbringen“, meint der 66-Jährige. Er hat seine Aufgabe gefunden und möchte die Bewegung nicht missen. „Das Schönste ist, dass ich unterwegs bin“, sagt er. Er könne auf dem Weg zum Turm durch den Wald immer gut abschalten.

Von Januar bis Dezember ist der Turm das ganze Jahr über geöffnet. Lediglich bei Eisglätte oder starkem Sturm bleibt er dann doch geschlossen. Und so werden dank des Einsatzes von Udo Wojciechowski noch viele den Blick vom Turm auf den Krakower See genießen können. „Solange ich kann, mache ich es gern“, sagt er.


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