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Landesbrandmeister : System Feuerwehr neu definieren

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landesbrandmeister Hannes Möller über Schwerpunkte seine Arbeit / Brandschutz unter aktuellen Bedingungen gewährleisten

Der Güstrower Wehrführer Hannes Möller (50) ist seit dem vergangenen Oktober Landesbrandmeister und steht damit dem Landesfeuerwehrverband hat etwa 40 000 Mitgliedern vor. Über seine neuen Aufgaben sprach SVZ-Mitarbeiterin Sieglinde Seidel mit Hannes Möller.
Haben Sie sich schon daran gewöhnt Landesbrandmeister zu sein?
Möller: Ich war mit 95 Prozent Ja-Stimmen gewählt worden. Das ist ein sehr hoher Vertrauensvorschuss. Erst habe ich mir nur darüber gefreut. Inzwischen ist mir auch bis ins Detail bewusst, welche Aufgaben zu lösen sind und welche Verantwortung dahinter steckt.
Was ist das zum Beispiel?
Das Arbeitsgebiet umfasst das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern. Mitglieder werden besucht, bei Veranstaltungen der Verbände bin ich dabei, bin aber auch Interessenvertreter der Feuerwehren in MV und wirke so in Gesetzgebungsverfahren mit. Es gilt außerdem die Verbindung zur Landespolitik und zur Bundespolitik zu halten und noch einiges mehr.
Also hat sich Ihr Terminkalender merklich gefüllt?
Der Landesbrandmeister ist ein Ehrenamt und erfordert einiges an Zeitaufwand, den ich aber gern einsetze. Ich habe schließlich gewusst, worauf ich mich einlasse.
Wie hat sich dadurch die Arbeit vor Ort in Güstrow verändert?
Meine Arbeit in der Barlachstadt Güstrow, wo ich hauptamtlich als Gerätewart tätig bin, hat sich durch mein zusätzliches Ehrenamt nicht verändert.
Welche Ziele haben Sie sich als Landesbrandmeister gesteckt?
Mein Interesse ist es, die Feuerwehren im Land mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Schließlich sind sie ein wichtiges Bindeglied in den kommunalen Strukturen unserer Städte und Gemeinden. Es ist aber erkennbar, dass wir aufgrund des Bevölkerungsrückganges und einer immer größeren Gruppe von Senioren, das System Feuerwehr neu verstehen müssen. Daran will ich mit meinen Mitarbeitern 2020 arbeiten.
Wie wollen sie dies also umsetzen?
Wir wollen eine Feuerwehrlandschaft schaffen, die es den Wehren ermöglicht ihrem Auftrag gerecht werden zu können. Dafür müssen entsprechende Strukturen geben funktionieren. Wir haben schon jetzt große Probleme das existierende System funktionstüchtig zu erhalten. Die freiwilligen und Berufsfeuerwehren im Land existieren nicht im luftleeren Raum. Rahmenbedingungen haben sich verändert.
Können Sie ein Beispiel nennen?
Wir haben besonders im ländlichen Bereich große Probleme mit der Einsatzbereitschaft über Tag. Die Kameraden arbeiten nicht an ihrem Wohnort. Heute muss jeder mobil sein. Das passt nicht ins System der freiwilligen Feuerwehr.
Was könnte helfen?
Wir suchen jetzt gemeinsam mit der Landesregierung sowie den Trägern des Brandschutzes nach Lösungswegen. MV ist eines der ersten Bundesländer, die mit diesem Problem konfrontiert werden, und es ist entscheidend auch für andere, was wir daraus machen. Daran wollen wir in den nächsten fünf Jahren arbeiten.

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