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„Ins Atelier geschaut“ : Surreales auf Schiffen und Natur-Schmuck

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Ins Atelier geschaut“ / Heute: Birke und Malte Brekenfeld aus Repnitz / Erste gemeinsame Ausstellung zurzeit in der Galerie Teterow

In der vergangenen Woche waren Malte Brekenfeld (47) und seine Frau Birke (36) kaum in ihren Ateliers und Werkstätten in Repnitz in der Gemeinde Lühburg anzutreffen. Mehr Glück hatte, wer die beiden in der Teterower Galerie im Bahnhof suchte. Dort, im Geburtsort von Malte Brekenfeld, richteten sie ihre erste gemeinsame Ausstellung ein: Schmuck von Birke Brekenfeld und Malerei, Grafik und Zeichnungen von Malte Brekenfeld sind seit Sonnabend unter dem Titel „Zoogefunkel“ in Teterow zu sehen.


Kunst steckt in der Natur


Bei allen Unterschieden der Genres, in denen sich die Künstler tummeln, einigen sich beide auf gewisse Grundsätze. Ohne zögern würden sie den Satz „Wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, wer sie heraus kann reißen, der hat sie…“, den Albrecht Dürer vor fast 500 Jahren an seinen Proportionslehrer verfasste, unterschreiben. Bei der Schmuckgestalterin Birke Brekenfeld ist das wörtlich zu nehmen. Sie findet ihr Material und ihre Motive in Sträuchern, unter Bäumen und in Gärten. „Ich verarbeite die Hütchen von Eicheln und vom Mohn, die Samenkapseln der Pfingstrosen und viele andere Pflanzenteile und gieße sie im Schleudergussverfahren in Gold und Silber“, erklärt sie. Unter ihren Händen entstehen filigrane Schmuckstücke, die Natur konservieren und in jedem Fall Unikate sind.

Im Kontrast dazu – und das zeigt die Teterower Ausstellung deutlich – stehen die oft großformatigen, aber dennoch aufs Detail versessen ausgeführten Arbeiten von Malte Brekenfeld. Die Ideen zu seinen surreal-skurrilen Bildern entstehen im Kopf aus einem Konglomerat, das die Vielfalt des Lebens immer wieder neu hervor bringt. Brekenfeld verwebt dabei gesellschaftliche Erfahrungen, politische Aktivitäten und naturwissenschaftliches Interesse mit literarischen und mystischen Vorbildern zu einem Kosmos des Irrealen.


Das Irreale als gesunder Ausgleich


„Tagtäglich sind wir von Realitäten umgeben, da stellt das Irreale einen gesunden Ausgleich und in gewisser Weise auch einen Kompass fürs Leben dar“, sagt er und weiß, dass seine Kunst polarisiert. Einen Vorteil habe auch das, findet der Künstler: Will der Rezipient fundierte Kritik üben, müsse er sich in die Bilder- und Ideenwelt des Malte Brekenfeld hineinversetzen. Oberflächliches, auf Ästhetik ausgerichtetes Betrachten reiche da nicht.

Vielleicht entschloss sich der Künstler deshalb, seine Bilder mit der Aida-Kreuzfahrtflotte über die Meere zu schicken. In den Bordgalerien aller zehn Schiffe sind die oft durch schrille Farbigkeit Aufmerksamkeit erregenden Arbeiten Brekenfelds inzwischen zu sehen. Die Umstände für die Aufnahme von Kunst hält er für günstig: viele Menschen auf engem Raum frequentieren während der Fahrt übers Meer die Galerie, kommen miteinander ins Gespräch. Die Hemmschwelle, sich Kunst zu nähern, sinkt, hat er auf Reisen beobachtet. Aber die Herausforderung, immer neue Kunstwerke für die Kreuzfahrtflotte zu schaffen, hat auch seinen Preis. „Inzwischen komme ich kaum noch zu Objektkunst, die ich früher gern gemacht habe“, räumt er ein. Etwa 70 Prozent arbeitet er zurzeit für die Ausstellungen auf dem Wasser, nur etwa 30 Prozent für Galerien auf dem Land. Auch das ein Grund, weswegen sich ein Besuch in seinem Atelier kaum lohnt. „Es ist alles unterwegs“, schmunzelt der Künstler. Zum Beispiel in der Galerie Teterow, in der die Ausstellung mit Arbeiten von Birke und Malte Brekenfeld noch bis zum 28. Juni gezeigt wird.




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